Siemens Energy Aktie: Industriegeschäft wird eigenständig
Siemens Energy bereitet die Eigenständigkeit von Transformation of Industry vor. Analysten sehen darin einen möglichen Werttreiber für den Konzern.

- Industriesparte mit 17.000 Beschäftigten
- Umsatz von 5,7 Milliarden Euro
- Drei Analysehäuser bestätigen Kaufurteile
- Auftragsbestand erreicht 162 Milliarden Euro
Siemens Energy treibt die Trennung von seinem Industriegeschäft voran. Der Konzern bereitet die rechtliche und operative Verselbstständigung der Sparte „Transformation of Industry“ vor, wie am Donnerstag bekannt wurde. Das Geschäft mit 17.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 5,7 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025 soll entkonsolidiert und als eigenständiges Unternehmen positioniert werden.
Analysten sehen Wertsteigerung durch Abspaltung
Mehrere Analysehäuser reagierten in dieser Woche mit positiven Einschätzungen auf die Pläne. Jefferies-Analyst Lucas Ferhani bestätigte am Mittwoch die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 215,00 Euro und bewertet die geplante Abspaltung als wertsteigernden Schritt.
Am selben Tag bekräftigte Deutsche-Bank-Analyst Gael de-Bray sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 210,00 Euro und verwies ebenfalls auf die strategische Separierung des Industriegeschäfts als Werttreiber.
Bereits am 22. August hatten die Analysten von Bernstein Research ihr „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 210,00 Euro bestätigt und den massiven Bedarf an Strom- und Kühlungstechnik durch den Ausbau von KI-Rechenzentren als Argument angeführt.
Die Kursziele der drei Häuser liegen damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Am Freitag schloss die Aktie bei 149,28 Euro, ein Minus von 0,8 Prozent zum Vortag.
Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 2,7 Prozent zu Buche, während sich das Papier auf Monatssicht um 12 Prozent verteuert hat. Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, klafft weiterhin eine Lücke von 24 Prozent.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Im Rahmen der Strategie-Updates bestätigte Siemens Energy am Mittwoch den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 und erwartet eine operative Marge am oberen Ende der Prognosespanne. Der Auftragsbestand erreichte zum Quartalsende 162 Milliarden Euro – ein Wert, der die anhaltend hohe Nachfrage nach Energietechnik unterstreicht.
Vorstandschef Christian Bruch hatte bereits Anfang August in einem Interview mit Bloomberg Television erklärt, dass Reservierungen für Ausrüstung im Bereich Rechenzentren und KI-Infrastruktur eins zu eins in Festaufträge umgewandelt würden, und Bedenken bezüglich einer Blasenbildung zurückgewiesen.
Wasserstoff-Projekt und Standortausbau
Parallel zur Konzernstrategie treibt Siemens Energy operative Projekte voran. Für den Hamburg Green Hydrogen Hub lieferte das Unternehmen am Mittwoch die letzten der sechs PEM-Elektrolyseurmodule mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt aus. Der kommerzielle Betrieb des Wasserstoff-Projekts in Hamburg-Moorburg ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.
Zudem beantragte die österreichische Tochtergesellschaft am Montag bei den oberösterreichischen Behörden die wasserrechtliche Bewilligung für eine thermische Grundwassernutzung zur Heizung und Kühlung der Betriebsanlage in Linz.
Die geplante ToI-Abspaltung reiht sich damit in eine laufende Neuordnung des Konzerns ein, bei der Siemens Energy sein Portfolio auf die margenstärkeren Wachstumsfelder Gasturbinen, Netztechnik und Wasserstoff konzentriert.
Für Anleger bleibt die entscheidende Frage, zu welcher Bewertung das Industriegeschäft am Markt reüssieren kann – die jüngsten Kursziele der Analysten deuten darauf hin, dass ein Großteil des Marktes hier zusätzliches Potenzial sieht.
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