Siemens Energy Aktie: JPMorgan hebt auf 235 Euro

Der Konzern benennt sich in Omterra um und spart damit jährlich 300 Millionen Euro Lizenzgebühren. JPMorgan sieht Kurspotenzial.

Die Kernpunkte:
  • Umbenennung zu Omterra beschlossen
  • Wegfall von 300 Mio. Euro Lizenzkosten
  • JPMorgan erhöht Kursziel auf 235 Euro
  • Aktie reagiert mit moderaten Kursgewinnen

Der Energietechnikkonzern kündigte an, sich künftig als Omterra zu firmieren – auch die Windkrafttochter Siemens Gamesa geht in der neuen Marke auf. Die Umfirmierung beginnt noch 2026 und soll sich über eine Übergangsphase von rund eineinhalb Jahren erstrecken. Für Kunden, Partner und Mitarbeiter ändere sich zunächst nichts, teilte das Unternehmen mit. Weitere Details will Siemens Energy zum Jahresende nachreichen.

Ein Lizenzvertrag als Auslöser

Hinter dem Schritt steckt vor allem eine finanzielle Überlegung. Seit der Abspaltung von der Siemens AG im Jahr 2020 zahlt Siemens Energy Lizenzgebühren für die Nutzung des Namens – zuletzt rund 300 Millionen Euro pro Jahr, was etwa 1,2 Prozent des Umsatzes entspricht. Dieser Vertrag war ursprünglich bis 2030 befristet. Mit der Umbenennung zu Omterra entfällt die Zahlung nun deutlich früher als erwartet. Die Kosten für das Rebranding selbst sollen laut Unternehmensangaben unter der eingesparten Lizenzsumme liegen. CEO Christian Bruch begründete den Zeitpunkt damit, dass das Unternehmen strategisch, operativ und finanziell inzwischen gut aufgestellt sei – jetzt sei der richtige Moment für eine eigenständige Marke. Die Siemens AG selbst hält mittlerweile nur noch einen Anteil von 5,5 Prozent an Siemens Energy.

Der Namenswechsel betrifft auch die Windsparte, die operativ zuletzt Sorgenkind des Konzerns war: Siemens Gamesa verzeichnete im zweiten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres als einzige Sparte einen Verlust von 44 Millionen Euro. Das Unternehmen hat sich als Ziel gesetzt, bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres die Gewinnschwelle zu erreichen und bis 2028 eine Marge von 3 bis 5 Prozent zu erwirtschaften.

JPMorgan hebt Kursziel auf 235 Euro

Am Kapitalmarkt kam die Ankündigung gut an. JPMorgan stufte die Aktie auf „Overweight“ hoch und nannte ein Kursziel von 235 Euro. Analyst Phil Buller argumentiert, die Umbenennung in Omterra führe durch den vorgezogenen Wegfall der Lizenzgebühren zu einem früheren Margenanstieg als bislang kalkuliert. Die Aktie reagierte am Tag der Ankündigung mit Kursgewinnen im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Der Konzernumbau reiht sich in eine Phase ein, in der Siemens Energy auch technologisch Duftmarken setzt. Gemeinsam mit Nvidia und Fluence hat das Unternehmen eine Referenzarchitektur für Rechenzentren entwickelt, die auf der Nvidia-Plattform Vera Rubin NVL72 basiert. Vorgesehen ist eine modulare Anlage mit 136 Megawatt Gesamtleistung und 100 Megawatt IT-Last nach Tier-III-Standard, bei der Fluence Batteriespeicher zur Netzstabilisierung beisteuert. Solche Projekte unterstreichen, dass sich das Unternehmen im wachsenden Markt für Energieinfrastruktur rund um Rechenzentren positioniert.

Kurs mit Abstand zum Jahreshoch

An der Börse notierte die Aktie zuletzt bei 153,60 Euro und damit nahezu unverändert gegenüber der Vorwoche. Auf Monatssicht steht ein leichtes Minus von 0,53 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat das Papier dagegen um 25,08 Prozent zugelegt. Auf Zwölfmonatssicht summiert sich das Plus sogar auf 65,27 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro, erreicht Ende April 2026, ist die Aktie derzeit noch 21,45 Prozent entfernt, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 84,62 Euro aus dem September 2025 satte 81,52 Prozent beträgt.

Technisch notiert der Titel derzeit 6,52 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 164,31 Euro, liegt aber mit 7,30 Prozent Abstand über dem 200-Tage-Durchschnitt von 143,16 Euro. Der RSI von 44,9 deutet auf eine neutrale Marktverfassung hin, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 60,52 Prozent weiterhin hoch bleibt. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 129,43 Milliarden Euro. Mit dem von JPMorgan ausgegebenen Kursziel von 235 Euro würde sich gegenüber dem aktuellen Niveau ein erhebliches Aufwärtspotenzial ergeben, sollte sich die erwartete Margenverbesserung durch den Wegfall der Lizenzzahlungen tatsächlich einstellen.

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