Siemens Energy Aktie: JPMorgan hebt Ziel auf 245 Euro

Siemens Energy erzielt mit 1,188 Mrd. Euro Nettogewinn ein Rekordergebnis. Analysten erhöhen Kursziele, Aufsichtsrat prüft Abspaltung.

Die Kernpunkte:
  • Rekordgewinn von 1,188 Milliarden Euro
  • Gasturbinen-Nachfrage durch KI-Rechenzentren
  • Wendepunkt bei Windkraft-Tochter Gamesa
  • Aufsichtsrat berät über Abspaltung

Siemens Energy hat für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 die bislang stärksten Ergebnisse seiner Firmengeschichte vorgelegt. Wie das Unternehmen am 5. August bekanntgab, kletterte der Nettoertrag auf 1,188 Milliarden Euro – nach 697 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Gewinn vor Sondereffekten sprang von 497 Millionen Euro auf 1,623 Milliarden Euro. Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wurde bestätigt.

KI-Rechenzentren und Nahost-Kraftwerke treiben Nachfrage

Reuters führte den Sprung auf die starke Nachfrage nach Gasturbinen zurück, die vor allem für KI-Rechenzentren in den USA sowie für Stromprojekte im Nahen Osten benötigt werden.

Beide Absatzmärkte gelten als strukturelle Wachstumstreiber, die über das einzelne Quartal hinaus wirken dürften. Hinzu kommt ein Wendepunkt bei der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa: Sie erzielte im Quartal erstmals seit 2022 wieder einen Gewinn – ein Signal, dass die jahrelange Sanierung des Sorgenkinds greift.

Der Kurs reagierte auf die Nachrichtenlage der vergangenen Wochen mit deutlichen Ausschlägen. Aktuell notiert die Aktie bei 160,46 Euro und damit 2,0 Prozent niedriger als am Vortag. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 4,2 Prozent, und seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 33 Prozent verteuert – ein Beleg dafür, dass der positive Trend trotz einzelner Rückschläge intakt bleibt.

Analystenhäuser reagieren mit höheren Kurszielen

Mehrere Investmenthäuser passten ihre Einschätzungen direkt nach den Zahlen an. Jefferies bestätigte am 5. August die Einstufung „Buy“ und nannte ein Kursziel von 215 Euro. JPMorgan ging noch weiter und hob das Kursziel am selben Tag auf 245 Euro an, verbunden mit der Einstufung „Overweight“. Am Tag darauf zog die Deutsche Bank nach und erhöhte ihr Kursziel auf 210 Euro bei unveränderter Kaufempfehlung.

Nicht alle Stimmen sind ungeteilt euphorisch: Vereinzelt wird argumentiert, das starke Quartal sei am Markt bereits eingepreist. Die überwiegende Mehrheit der Häuser sieht in den Zahlen jedoch die Bestätigung eines intakten Wachstumspfads, getragen von Auftragseingang und Marge gleichermaßen.

Aufsichtsrat berät über mögliche Abspaltung

Parallel zur operativen Stärke rückt ein strukturelles Thema in den Fokus. Laut Reuters hat Siemens Energy für den 25. August eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung anberaumt, in der über eine mögliche Abspaltung einer Division beraten werden soll, die Industriekunden bedient. Details zum Umfang der möglichen Transaktion nannte Reuters nicht.

Für Anleger verbindet sich damit eine zweigleisige Geschichte: Auf der operativen Seite liefert Siemens Energy derzeit Rekordwerte bei Umsatz, Marge und Auftragseingang, getragen von den Boomthemen KI-Infrastruktur und Energiewende im Nahen Osten.

Auf der strategischen Seite steht mit der möglichen Abspaltung eine Entscheidung an, die die Konzernstruktur verändern könnte. Die Sitzung Ende August dürfte richtungsweisend dafür sein, wie sich der Konzern in den kommenden Jahren aufstellt.

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