Siemens Energy Aktie: Kapazität auf 50 Einheiten 2027

Siemens Energy rechnet mit jährlich 110-120 GW Gasturbinen-Nachfrage und baut Kapazitäten aus. Analysten sehen Auftragsvolumen von bis zu 17,6 Mrd. Euro.

Die Kernpunkte:
  • Nachhaltige Gasturbinen-Nachfrage von 110-120 GW
  • Kapazitätsausbau bei großen Gasturbinen geplant
  • Analysten erwarten Auftragseingang von 17,6 Mrd. Euro
  • Grid Technologies mit angehobener Umsatzprognose

Kurz vor der Berichtssperre hat Siemens Energy Anlegern ein klares Signal gegeben: Die Nachfrage nach Gasturbinen und Netztechnik bleibt stark — und das Unternehmen baut gezielt Kapazitäten aus, um davon zu profitieren. Der Markt quittierte das mit einem Kursanstieg von rund 5 % am Dienstag.

Gasturbinen: 110 bis 120 Gigawatt pro Jahr

Der Kern des Pre-Close-Calls vom 29. Juni war die neue Markteinschätzung für Gasturbinen. Siemens Energy rechnet für die kommenden Jahre mit einer nachhaltigen Nachfrage von 110 bis 120 Gigawatt jährlich. Wichtig dabei: Die Nachfrage kommt nicht nur aus dem KI- und Rechenzentrumsbereich. Das Unternehmen betont, der Auftragseingang sei über Regionen und Kundentypen hinweg diversifiziert.

Für Gas Services erwartet Siemens Energy ein weiteres starkes drittes Quartal. Eine Abschwächung sieht das Management nicht. Einzelne Quartale könnten wegen großer Projekte schwanken — die Jahresentwicklung zählt.

Beim Kapazitätsausbau macht das Unternehmen konkrete Angaben. Die erste Erweiterungsphase bei mittelgroßen Gasturbinen soll in der zweiten Jahreshälfte anlaufen. Für das Geschäftsjahr 2027 plant Siemens Energy bei großen Gasturbinen eine Kapazität von rund 50 Einheiten pro Jahr — nach bisher rund 35.

Analysten sehen Auftragsvolumen von bis zu 17,6 Milliarden Euro

Die Reaktion der Banken fiel konstruktiv aus. Citigroup-Analysten sahen die Möglichkeit, dass die Gasturbinen-Aufträge im dritten Quartal rund 9 Mrd. € erreichen könnten — in der Größenordnung der Vorquartale. Bank of America rechnete für das Gesamtunternehmen mit einem Auftragseingang von 17,6 Mrd. € im dritten Quartal, angeführt von Gas Services.

Im Netzgeschäft erwartet das Management keine Großaufträge für dieses Quartal. Grid Technologies dürfte sich laut Unternehmensaussagen in einer Spanne von 5 bis 5,5 Mrd. € pro Quartal einpendeln.

Grid Technologies: Prognose bereits angehoben

Siemens Energy hat die Prognose für Grid Technologies schon zuvor nach oben korrigiert. Das Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr 2026 soll nun 25 bis 27 % betragen — nach zuvor 19 bis 21 %. Die Ergebnismarge vor Sondereffekten zielt auf 18 bis 20 %, nach bisher 16 bis 18 %.

Das Unternehmen baut Kapazitäten in Österreich, Italien, China und Saudi-Arabien aus. Bis 2030 plant Siemens Energy weitere Erweiterungen bei Großtransformatoren und Schaltanlagen.

Alle zwölf im Juni veröffentlichten Analystenberichte stuften die Aktie als Kauf ein. Bernstein Research nannte 210 €, Jefferies 215 € und die Deutsche Bank 200 € als Kursziele.

Q3-Zahlen am 5. August

Die Aktie notiert bei 166,82 € und liegt seit Jahresbeginn rund 36 % im Plus. Auf Zwölfmonatssicht hat sie sich fast verdoppelt. Mit dem Start der Berichtssperre am 1. Juli liefert nun erst der Q3-Bericht am 5. August 2026 um 7:00 Uhr MESZ Klarheit darüber, ob die skizzierten Auftragssignale in den Zahlen sichtbar werden.

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