Siemens Energy Aktie: Kapazitäten bis 2028 ausgebucht
Siemens Energy meldet Rekordaufträge und eine verbesserte Windsparte, doch die Aktie fällt nach einer starken Rallye deutlich.

- Windtochter Gamesa reduziert Verluste
- Gasturbinen-Kapazitäten bis 2028 ausgebucht
- Jahresprognose erneut nach oben korrigiert
- Aktie trotz Rekordzahlen im Minus
Volle Auftragsbücher, eine sich erholende Windsparte und eine erneut angehobene Jahresprognose — und trotzdem verliert die Aktie am Freitag fast fünf Prozent. Bei Siemens Energy klaffen Fundamentaldaten und Kursentwicklung dieser Tage auffällig auseinander.
Gamesa dreht sich ins Positive
Die lange als Konzernbremse geltende Windtochter Siemens Gamesa macht Fortschritte. Der operative Verlust schrumpfte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf 44 Millionen Euro — nach 249 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Marge verbesserte sich von minus 9,2 auf minus 1,7 Prozent.
Für das Gesamtjahr peilt Siemens Energy bei Gamesa nun ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent an. Bisher lautete die Spanne 1 bis 3 Prozent. Das operative Ergebnis soll auf Break-even-Niveau landen. Die erste Jahreshälfte bleibt noch defizitär; eine Erholung im Offshore-Geschäft soll in der zweiten Hälfte die Wende bringen.
Gasturbinen: Kapazität bis 2028 ausverkauft
Das Kerngeschäft läuft auf Hochtouren. Im zweiten Quartal buchte die Sparte Gas Services 77 Turbinenaufträge mit 12 Gigawatt Neukapazität. Der Auftragseingang stieg um 32 Prozent auf 8,87 Milliarden Euro.
Allein im ersten Halbjahr bis Ende März verkaufte Siemens Energy 179 Gasturbinen — fast so viele wie im gesamten Geschäftsjahr 2025. Die Produktionskapazitäten sind bis 2028 nahezu ausgebucht. Das Jahr 2029 füllt sich schnell, erste Buchungen für 2030 liegen bereits vor.
Treiber des Wachstums waren vor allem die USA, wo sich der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelte. Rechenzentren und der Ausbau europäischer Stromerzeugungskapazitäten — etwa in Polen — kamen hinzu. CFO Maria Ferraro betonte, der Konzern sei in wesentlichen Teilen seines Geschäfts bis 2030 und darüber hinaus ausverkauft.
Prognose angehoben, Aktie trotzdem unter Druck
Der Konzern hob seine Jahresprognose erneut an. Umsatz stieg im zweiten Quartal um neun Prozent, die Auftragseingänge kletterten um 30 Prozent auf ein Allzeithoch. Das zweite Halbjahr 2026 ist bereits zu 93 Prozent durch bestehende Aufträge gedeckt, das Geschäftsjahr 2027 zu knapp unter 80 Prozent.
Für 2030 plant Siemens Energy, die Kapazitäten für Transformatoren und Schaltanlagen um rund 50 Prozent auszubauen. Neue Mittelfristziele folgen mit den Jahreszahlen im November.
Die Aktie notiert am Freitag bei 169,54 Euro — ein Minus von 4,77 Prozent. Der Rückgang folgt auf eine ausgeprägte Rally: Auf Jahressicht steht noch immer ein Plus von 124 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 188 Euro ist die Aktie knapp zehn Prozent entfernt.
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