Siemens Energy Aktie: Kurs fällt trotz Analyst-Bestätigung

JPMorgan hält an positiver Siemens-Energy-Einschätzung fest, während Jefferies vorsichtiger bleibt und die Aktie unter dem 200-Tage-Schnitt notiert.

Die Kernpunkte:
  • JPMorgan bestätigt 245-Euro-Kursziel
  • Jefferies reduziert Ziel auf 210 Euro
  • Aktie liegt 12 Prozent im Monatsminus
  • Kooperation mit Rolls-Royce SMR gemeldet

JPMorgan hat am Mittwoch das Rating „Overweight“ für Siemens Energy bestätigt und das Kursziel bei 245 Euro belassen. Grundlage waren Gespräche mit Vorstandschef Christian Bruch. Eine Reuters/dpa-AFX-Meldung berichtete, die Aktie sei im Anschluss um 2,5 Prozent auf 145,14 Euro gefallen – ein Rücksetzer trotz positiver Analystenbestätigung, der zeigt, wie nervös der Markt derzeit auf jede Nachricht reagiert.

Die Reaktion wirkt zunächst widersprüchlich, fügt sich aber in das aktuelle Kursbild ein. Am Freitag schloss die Aktie bei 143,92 Euro, ein Plus von 2,3 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Minus von 12 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass die kurzfristige Erholung den vorherigen Abwärtstrend bislang nicht kompensiert.

Zweite Stimme mit vorsichtigerem Ton

Jefferies hatte bereits Anfang September das Kursziel von 215 auf 210 Euro gesenkt, die Einstufung „Buy“ aber beibehalten. Die Spanne zwischen dem optimistischen JPMorgan-Ziel und der zurückhaltenderen Jefferies-Einschätzung zeigt, wie unterschiedlich die Häuser die weiteren Wachstumsaussichten des Konzerns derzeit gewichten.

Gemeinsam ist beiden Häusern jedoch die grundsätzlich positive Einstufung – Kritik an der operativen Entwicklung liest sich aus keiner der beiden Stellungnahmen heraus.

Politische Töne des Vorstandschefs

Neben der Analystenaufmerksamkeit sorgte CEO Christian Bruch zuletzt auch mit politischen Aussagen für Schlagzeilen. Er bezeichnete die Haltung der AfD als „dramatically wrong message“ und sprach zuvor davon, Deutschland stehe „under particularly heavy attack“. Beide Äußerungen betreffen keine operativen Unternehmenszahlen, dürften aber die öffentliche Wahrnehmung des Konzerns und seines Managements in den kommenden Wochen mitprägen.

Neue Kooperation im Nuklearbereich

Abseits der Personalie Bruch meldeten Medien eine Zusammenarbeit mit Rolls-Royce SMR: Siemens Energy soll Komponenten für kleine modulare Reaktoren am Standort Newcastle fertigen. Das Geschäftsfeld gilt als langfristige Wachstumsoption, dürfte kurzfristig aber kaum kursrelevant sein.

Parallel dazu wird über die geplante Ausgliederung der Sparte Transformation of Industry unter dem künftigen Markennamen „Omterra“ berichtet. Sollte sich das Vorhaben konkretisieren, könnte es die Konzernstruktur mittelfristig deutlich verändern – Details zu Zeitplan oder Bewertung liegen bislang jedoch nicht vor.

Einordnung für Anleger

Am 8. September veröffentlichte das Unternehmen zudem eine Mitteilung nach Paragraf 40, Absatz 1 des Wertpapierhandelsgesetzes. Aus der verfügbaren Zusammenfassung geht der konkrete Stimmrechts- oder Beteiligungssachverhalt nicht hervor, sodass sich daraus derzeit keine belastbare Einschätzung ableiten lässt.

Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Ein bestätigtes Top-Kursziel von JPMorgan trifft auf eine vorsichtigere Jefferies-Einschätzung, dazu kommen politische Nebengeräusche um den Vorstandschef und strukturelle Umbaupläne im Konzern. Die Aktie notiert derzeit rund 5 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 152,26 Euro – ein Hinweis darauf, dass der übergeordnete Trend trotz einzelner positiver Impulse angeschlagen bleibt.

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