Siemens Energy Aktie: Management sieht oberes Ende der Guidance

Siemens Energy gewinnt nach JPMorgan-Aussagen 2,3 Prozent. Das Management hält das obere Ende der Gewinnspanne weiterhin für erreichbar.

Die Kernpunkte:
  • Aktie legt um 2,3 Prozent zu
  • Management strebt oberes Gewinnspannenende an
  • JPMorgan bestätigt Kursziel von 245 Euro
  • Monatsbilanz bleibt mit zwölf Prozent negativ

Siemens Energy hat am Freitag mit einem Kurssprung von 2,3 Prozent auf 143,92 Euro reagiert – ausgelöst nicht durch neue Zahlen, sondern durch Gesprächsnotizen von JPMorgan-Analyst Phil Buller. Er hatte sich mit dem Management ausgetauscht und berichtet von unverändert kräftiger Nachfrage auch über die Sommermonate hinweg.

Management sieht sich auf Kurs für oberes Ende der Guidance

Laut den Gesprächen, die JPMorgan am Freitag veröffentlichte, sieht sich der Vorstand um CEO Christian Bruch auf dem Weg, das obere Ende der Jahresgewinn-Spanne zu erreichen. Das ist eine Aussage mit Gewicht, denn Siemens Energy hatte die Prognose für das laufende Geschäftsjahr bereits im Mai angehoben – auf ein Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und eine Ergebnismarge vor Sondereffekten zwischen 10 und 12 Prozent.

Dass das Management nun offenbar zuversichtlich ist, den oberen Rand dieser Spanne zu treffen, deutet auf eine Nachfrage hin, die sich nicht abschwächt.

Buller bestätigte in seiner Notiz vom Freitag sein Kursziel von 245 Euro bei einer Einstufung auf „Overweight“. Gemessen am Schlusskurs vom Freitag entspräche das einem Aufwärtspotenzial von 71 Prozent. Das Kursziel selbst ist nicht neu – JPMorgan hatte es bereits Anfang und Mitte des Monats bestätigt –, doch die konkreten Management-Aussagen zur Nachfragelage verleihen der Einschätzung frisches Gewicht.

Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt

Trotz des Freitagssprungs bleibt die Aktie unter Druck: Auf Monatssicht steht ein Minus von 12 Prozent zu Buche, und das Papier notiert mit 143,92 Euro rund 4,7 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 150,96 Euro.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,38 Euro, erreicht im April, trennen die Aktie inzwischen 26 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 20 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass der jüngste Rücksetzer eher eine Verdauungsphase als eine fundamentale Trendwende widerspiegelt.

Interessant ist ein weiterer Punkt aus den JPMorgan-Gesprächen der vergangenen Wochen: Anleger in Asien zeigten sich laut Buller deutlich optimistischer mit Blick auf die Chancen von Siemens Energy im Bereich künstliche Intelligenz und Rechenzentren als Investoren in anderen Regionen.

Diese Divergenz in der Wahrnehmung könnte erklären, warum die Aktie trotz robuster operativer Signale zuletzt schwächelte, während internationale Analysten am Kursziel festhalten.

Politisches Umfeld bleibt Thema

Neben der Geschäftsentwicklung sorgte CEO Bruch zuletzt auch mit politischen Äußerungen für Aufmerksamkeit. Anfang der Woche warnte er vor zunehmenden Angriffen auf die deutsche Energie-Infrastruktur und kritisierte das Wahlprogramm der AfD als „dramatisch falsche Botschaft“.

Deutschland sei im europäischen Vergleich besonders stark im Visier solcher Attacken, so Bruch. Für Anleger bleibt das ein Randthema, doch es unterstreicht, wie eng das Geschäft von Siemens Energy mit der kritischen Infrastruktur des Landes verwoben ist – ein Faktor, der die langfristige Nachfrage nach Netztechnik und Energieinfrastruktur zusätzlich stützen könnte.

Die Kombination aus bestätigtem Kursziel, positiven Nachfragesignalen aus erster Hand und einer Bewertung, die nach dem jüngsten Rücksetzer wieder Luft nach oben lässt, dürfte die Diskussion um die Aktie in den kommenden Wochen prägen.

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