Siemens Energy Aktie: Marktprognose auf 120 Gigawatt erhöht

Siemens Energy hebt wegen KI-bedingtem Stromhunger die langfristige Marktprognose für Gasturbinen massiv an.

Die Kernpunkte:
  • Jahresbedarf auf 120 Gigawatt erhöht
  • KI-Anteil am Rechenzentrumsstrom steigt
  • Umsatzziel von 59,5 Milliarden Euro
  • Aktie mit Jahresplus von über 36 Prozent

Künstliche Intelligenz braucht Strom. Sehr viel Strom. Weil Wind und Sonne allein die riesigen Rechenzentren nicht sicher versorgen, greifen Betreiber auf Gasturbinen zurück. Siemens Energy nutzt diese Lücke. Der Energietechnikkonzern schraubt seine langfristige Marktprognose deshalb deutlich nach oben.

Gigantischer Bedarf an Kraftwerken

Das Management rechnet nun mit einem weltweiten Jahresbedarf zwischen 110 und 120 Gigawatt. Bisher ging das Unternehmen von maximal 100 Gigawatt aus. Der Grund für diesen Sprung liegt in den Serverfarmen. Deren Energiehunger wächst rasant.

Analysten erwarten hier eine drastische Verschiebung. Bis 2030 soll KI rund 40 Prozent des gesamten Strombedarfs von Rechenzentren ausmachen. Heute sind es lediglich knapp 20 Prozent. Hocheffiziente Gasturbinen dienen den Betreibern dabei als zwingend notwendiges Backup.

Milliarden-Ziele bis 2029

Neben dem operativen Geschäft treibt der Konzern die Pflege des Aktienkurses voran. Mehr als zwei Millionen eigene Papiere hat das Management bereits erworben. Bis zum Jahr 2029 darf das Unternehmen ein Zehntel seines Grundkapitals zurückkaufen.

Das Jahr 2029 markiert auch den Zielpunkt der langfristigen Planung. Dann will Siemens Energy rund 59,5 Milliarden Euro umsetzen. Der operative Gewinn soll auf 7,1 Milliarden Euro steigen. Dies entspricht einem zweistelligen jährlichen Wachstum.

Strenge Regeln für neue Anlagen

Die Börse honoriert diese Entwicklung. Am Freitag schloss das Papier bei 167,88 Euro. Seit Jahresbeginn verbucht die Aktie damit ein sattes Plus von 36,71 Prozent. Der Titel bewegt sich in einem stabilen Aufwärtstrend.

Trotz der starken Zahlen warten regulatorische Hürden. Am 24. Juni 2026 verschärfte der deutsche Gesetzgeber die Auflagen für Rechenzentren. Das neue Energieeffizienzgesetz fordert einen stärkeren Einsatz erneuerbarer Energien und mehr Abwärmenutzung. Branchenverbände verlangen deshalb eine schnelle Reform des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes. Nur so entsteht Investitionssicherheit für den Neubau steuerbarer Gaskraftwerke.

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