Siemens Energy Aktie: Naftogaz erwägt Gasturbinen-Kauf

Naftogaz erwägt fünf Kompressoreinheiten; zwölf weitere Gasturbinen werden geprüft. Verbindliche Kaufverträge hängen von der Finanzierung ab.

Die Kernpunkte:
  • Naftogaz erwägt fünf Kompressoreinheiten
  • Zwölf Gasturbinen für dezentrale Stromerzeugung geprüft
  • Finanzierung für Kaufverträge noch offen
  • Aktienrückkäufe seit Programmstart: 1.185.415 Papiere

Konkrete Liefergespräche für die ukrainische Energieinfrastruktur rücken bei Siemens Energy in den Fokus. Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute unter Berufung auf das ukrainische Energieministerium berichtet, erwägt der staatliche Energiekonzern Naftogaz den Kauf von fünf Gasturbinen-Kompressoreinheiten des Münchener Konzerns.

Gleichzeitig laufen Abstimmungen über die Lieferung von zwölf weiteren Gasturbinen, die zur dezentralen Stromerzeugung im Land eingesetzt werden sollen.

Im heutigen Handel tendiert das Papier etwas schwächer: Die Aktie von Siemens Energy gibt um 1,0 Prozent nach und steht bei 144,10 Euro. Auf Jahressicht verzeichnet der Titel dennoch ein deutliches Plus von 20 Prozent seit Jahresanfang.

Ausrüstung für Gasspeicher und dezentrale Stromerzeugung

Die geplanten Lieferungen zielen auf neuralgische Punkte der ukrainischen Energieversorgung ab. Die fünf zur Debatte stehenden Kompressoreinheiten sind für den Einsatz in unterirdischen Gasspeichern vorgesehen. Neben der Modernisierung dieser Lagerstätten stehen vor allem Sicherheits- und Cyberprüfungen sowie der technische Schutz der Anlagen im Mittelpunkt der Verhandlungen.

Parallel dazu prüfen Siemens Energy und das ukrainische Energieministerium die Bereitstellung von zwölf Industriegasturbinen. Diese sollen den Aufbau einer dezentralen Stromerzeugung unterstützen, um das Netz widerstandsfähiger gegen Ausfälle zu machen.

Auftragswerte und konkrete Liefertermine für die Aggregate wurden bislang nicht bekannt gegeben. Die Zusammenarbeit stützt sich auf ein Memorandum, das neben technischen Konsultationen auch die Ausarbeitung von Finanzierungsstrukturen über Entwicklungsbanken, Exportkreditagenturen und internationale Finanzinstitutionen vorsieht.

Milliardenrahmen im Zuge diplomatischer Gespräche

Die Verhandlungen fügen sich in ein größeres wirtschaftliches Gesamtpaket ein. Bei einem Besuch von Bundeskanzler Merz unterzeichneten deutsche Unternehmen insgesamt 14 Vereinbarungen mit der Ukraine im Gesamtvolumen von rund 6,6 Milliarden Euro (7,39 Milliarden Dollar). Auf bilaterale Energieprojekte entfällt dabei ein Gesamtvolumen von über 155 Millionen Euro.

Für Siemens Energy bieten diese Initiativen die Perspektive, seine Technologie im Wiederaufbau und in der Absicherung des osteuropäischen Strom- und Gasnetzes zu verankern. Verbindliche Kaufverträge stehen allerdings noch unter dem Vorbehalt tragfähiger Finanzierungszusagen durch die beteiligten Kreditgeber.

Laufende Stützung durch Aktienrückkäufe

Begleitend zu den geschäftlichen Aktivitäten setzt das Management weiterhin auf die Rückführung von Mitteln an die Aktionäre. Innerhalb des laufenden Aktienrückkaufprogramms erwarb das Unternehmen zwischen dem 28. September und dem 4. Oktober weitere 894.429 eigene Papiere. Damit summieren sich die Rückkäufe seit dem Start des Programms am 24. September auf insgesamt 1.185.415 Aktien, die über verschiedene Handelsplätze wie Xetra und europäische multilaterale Handelssysteme erworben wurden. Das Rückkaufprogramm setzt damit die bereits vor gut einer Woche angelaufene Initiative fort.

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