Siemens Energy Aktie: Nahost-Risiko belastet

Die US-Bank streicht Siemens Energy von ihrer Favoritenliste, da hohe Abhängigkeit von Nahost-Aufträgen das operative Geschäft belasten könnte. Der Kurs gab deutlich nach.

Die Kernpunkte:
  • Hohe Abhängigkeit von Aufträgen aus Nahost
  • Kursziel bleibt bei 166 Euro erhalten
  • Rekordauftragseingang im ersten Quartal
  • Starkes EBITA-Wachstum bis 2030 prognostiziert

Die US-Investmentbank Morgan Stanley streicht den Energietechnikkonzern von ihrer Liste der bevorzugten Anlageideen. Auslöser für diesen Schritt ist die hohe Abhängigkeit der lukrativen Gassparte von Aufträgen aus dem Nahen Osten. Angesichts der dortigen geopolitischen Spannungen befürchten die Analysten nun spürbare Bremsspuren im operativen Geschäft.

Konkret stuften die Experten um Analyst Max Yates das Unternehmen im Branchenvergleich als überdurchschnittlich anfällig für regionale Störungen ein. Die Sorge gilt primär dem Bereich Gas Services. Im vergangenen Jahr stammten beachtliche 35 Prozent des Auftragseingangs für Gasturbinenkapazitäten aus nahöstlichen Staaten. Das regionale Gesamtengagement summiert sich auf rund 9 Milliarden Euro. Marktbeobachter werten die Gefahr einer Budgetverschiebung zugunsten von Militärausgaben als reales Risiko für künftige Turbinenbestellungen. Zudem könnten eingeschränkte Zugänge zu Kundenstandorten das Servicegeschäft verzögern. Als Reaktion auf diese Einschätzung gab der Kurs am Freitag um 4,92 Prozent auf 143,00 Euro nach.

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Starkes Fundament trotz Gegenwind

Trotz der gestiegenen kurzfristigen Vorsicht behält Morgan Stanley die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 166 Euro bei. Der jüngste Rücksetzer ordnet sich in eine ansonsten außergewöhnlich starke Phase ein, die dem Titel auf Sicht von zwölf Monaten noch immer ein Plus von über 146 Prozent beschert. Erst am 23. März rückte das Papier aufgrund der stark gestiegenen Marktkapitalisierung in den Stoxx Europe 50 auf, was strukturellen Kaufdruck durch passiv verwaltete Fonds erzeugt.

Fundamental stützt ein Rekordauftragseingang von 17,6 Milliarden Euro im ersten Quartal das Geschäft. Treiber war hier vor allem die KI-bedingte Nachfrage von Rechenzentren nach Netzausrüstung, während sich gleichzeitig die Verluste bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa verringerten.

Für die Zeit bis 2030 prognostiziert Morgan Stanley ein starkes jährliches EBITA-Wachstum von 26 Prozent, gestützt durch den dicken Auftragsbestand. Allerdings liegt die Gewinnschätzung der Bank für das Jahr 2028 mittlerweile nur noch minimal über den allgemeinen Markterwartungen. Der Spielraum für rasche, positive Überraschungen fällt damit vorerst geringer aus, was die aktuelle Konsolidierung unterhalb der 50-Tage-Linie technisch untermauert.

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