Siemens Energy Aktie: North Sea Connector 2 für 50Hertz
Siemens Energy verzeichnet dank Netzausbau und Offshore-Projekten eine Rekordnachfrage. Die Aktie bleibt trotz positiver Aussichten volatil.

- Rekordaufträge dank Netzausbau
- Milliardenprojekt für Nordsee-Anbindung
- Siemens Gamesa expandiert in Asien
- Aktie bleibt unter 52-Wochen-Hoch
Siemens Energy meldet Rekordaufträge. Der Energietechnikkonzern profitiert von einer breiten Nachfragewelle bei Stromnetzen und im Zuge der Energiewende, wie am Freitag bekannt wurde. Die Aktie schloss bei 153,50 Euro und büßte damit an dem Tag 0,35 Prozent ein – auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 3,13 Prozent zu Buche.
Auftragsflut mit klarer Ursache
Hinter der aktuellen Auftragsflut steckt vor allem der massive Ausbau der Stromnetze, den Energieversorger und Netzbetreiber europaweit vorantreiben. Der Bedarf an Netzanbindungen für erneuerbare Energien wächst rasant, und Siemens Energy positioniert sich als gefragter Partner für entsprechende Großprojekte. Diese strukturelle Nachfrage speist sich aus Investitionen in die Energiewende und den Netzausbau, die derzeit branchenweit an Fahrt aufnehmen.
Milliardenauftrag für Nordsee-Anbindung
Ein konkretes Beispiel liefert der jüngste Zuschlag des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz: Siemens Energy erhält gemeinsam mit Neptun Smulders Offshore Renewables den Auftrag für die Offshore-Netzanbindung „North Sea Connector 2″. Das Projekt umfasst den Bau von Konverterstationen – onshore bei Schwerin, offshore rund 200 Kilometer westlich von Sylt. Die Inbetriebnahme ist bis Ende 2034 geplant. Für die Region Mecklenburg-Vorpommern bedeutet der Auftrag mehr als 500 neue Arbeitsplätze, ein Effekt, der über das reine Auftragsvolumen hinausgeht und die regionale Wertschöpfung stärkt.
Solche Netzanbindungsprojekte gelten als strategisch wichtig für den deutschen Ausbau der Offshore-Windenergie, weil sie den erzeugten Strom erst an Land und ins übergeordnete Netz bringen. Für Siemens Energy sichern derartige Langfristprojekte planbare Umsätze über einen Zeitraum von fast einem Jahrzehnt.
Siemens Gamesa expandiert in Asien
Parallel zum Netzgeschäft treibt die Windkraftsparte Siemens Gamesa ihre Präsenz in Asien voran. Das Unternehmen chartert zwei Spezialschiffe vom Typ CSOV bei Marco Polo Marine, um Offshore-Windprojekte in Taiwan, Südkorea und Japan zu versorgen. Die Schiffe verfügen über einen BlueDrive-PlusC-Hybridantrieb und sollen ab 2028 beziehungsweise 2029 zum Einsatz kommen. Der Vertrag läuft zunächst über zwei Jahre und enthält eine Verlängerungsoption – ein Signal dafür, dass Siemens Gamesa mit anhaltender Nachfrage im asiatisch-pazifischen Raum rechnet.
Der asiatische Offshore-Windmarkt gilt als einer der am schnellsten wachsenden weltweit. Südkorea etwa treibt eigene Großprojekte voran und will bis 2030 zwölf Gigawatt Offshore-Windkapazität installieren. Für Zulieferer und Ausrüster wie Siemens Gamesa eröffnet dieses Wachstum zusätzliche Geschäftschancen jenseits des europäischen Kernmarkts.
Aktie bleibt volatil, Aufwärtstrend intakt
Trotz der positiven Auftragsnachrichten notiert die Siemens-Energy-Aktie noch gut ein Fünftel unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April markiert wurde. Der Abstand von 21,44 Prozent zeigt, dass der Kurs von seinen Höchstständen ein Stück entfernt bleibt, auch wenn die jüngste Wochenperformance eine leichte Erholung andeutet. Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Papier mit spürbaren Kursschwankungen, dessen fundamentale Basis – gemessen an der aktuellen Auftragslage in Netztechnik und Offshore-Wind – jedoch intakt erscheint. Die Kombination aus dem deutschen Milliardenprojekt für 50Hertz und der Asien-Expansion der Windsparte unterstreicht, dass Siemens Energy seine Wachstumsstory auf mehrere Standbeine stützt.
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