Siemens Energy Aktie: Omterra ab 14. Juli

Siemens Energy firmiert künftig als Omterra und spart durch den Wegfall der Lizenzgebühren jährlich rund 300 Millionen Euro ein.

Die Kernpunkte:
  • Umbenennung in Omterra beschlossen
  • Lizenzzahlungen an Siemens entfallen
  • Analysten sehen positive Margeneffekte
  • Aktie seit Jahresbeginn deutlich gestiegen

Der Energietechnikkonzern firmiert künftig als Omterra, wie das Unternehmen am 14. Juli mitteilte. Die Umbenennung führt Siemens Energy und die Windkrafttochter Siemens Gamesa unter einer gemeinsamen Marke zusammen und beginnt noch in diesem Jahr, die Umsetzung erfolgt schrittweise über einen Übergangszeitraum von rund 1,5 Jahren.

Ende einer befristeten Markenlizenz

Hinter dem Schritt steht ein auslaufender Lizenzvertrag. Seit der Abspaltung von Siemens im Jahr 2020 durfte das Unternehmen den Namen des Mutterkonzerns nur zeitlich begrenzt nutzen. CEO Christian Bruch erklärte dazu, der Gründername habe Türen geöffnet, doch nun sei der richtige Zeitpunkt gekommen, um den Übergang zu einer eigenen, unabhängigen Marke einzuleiten. Das Unternehmen sei strategisch, operativ und finanziell gut aufgestellt, so Bruch weiter.

Finanziell schlägt vor allem die Lizenzgebühr zu Buche, die Siemens Energy bislang an die Siemens AG zahlte: gestaffelt zwischen 0,3 und 1,2 Prozent des Umsatzes, im Geschäftsjahr 2024/25 rund 300 Millionen Euro. Der Vertrag war ursprünglich bis 2030 angelegt, ein Kündigungsrecht besteht laut Berichten bereits ab 2027. Mit dem Wechsel zu Omterra entfällt diese Zahlung nun deutlich früher als ursprünglich kalkuliert. Der Anteil der Siemens AG an Siemens Energy ist inzwischen ohnehin auf rund 5,5 Prozent gesunken, nachdem der Mutterkonzern 2020 noch 35 Prozent gehalten hatte.

JPMorgan bestätigt Overweight mit Kursziel 235 Euro

Die Ankündigung sorgte bei Analysten für positive Resonanz. JPMorgan beließ die Einstufung für Siemens Energy auf „Overweight“ und bestätigte ein Kursziel von 235 Euro. Analyst Phil Buller begründete dies mit dem Wegfall der Lizenzgebühren, der die Margenverbesserung des Unternehmens früher eintreten lasse als bislang erwartet – ursprünglich war hier erst mit dem Jahr 2030 gerechnet worden. Auch Jefferies zeigt sich mit einem Kursziel von 215 Euro und einer Kaufempfehlung zuversichtlich. Skeptischer bleibt Barclays: Die Bank warnt mit einem Kursziel von 130 Euro vor einem möglichen Höhepunkt im Gasturbinengeschäft, verweist aber zugleich auf den langfristigen Rückenwind durch Netzausbau und steigenden Energiebedarf.

Die kommenden Quartalszahlen dürften weiteren Aufschluss über die operative Entwicklung geben. Siemens Energy legt seine Kennzahlen für das dritte Quartal 2026 am 5. August vor.

Aktie bleibt volatil, aber deutlich im Plus seit Jahresbeginn

An der Börse zeigt sich die Bewegung der vergangenen Monate zwiespältig. Die Aktie schloss am Dienstag bei 153,88 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn um 25,31 Prozent im Plus. Auf Sicht von zwölf Monaten beträgt das Plus sogar 65,57 Prozent. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro, erreicht am 24. April 2026, fehlen dem Titel derzeit 21,31 Prozent, während der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 84,62 Euro vom 2. September 2025 bei 81,85 Prozent liegt.

Kurzfristig zeigt sich das Bild gedämpfter: Auf Sicht von 30 Tagen steht ein leichtes Minus von 0,35 Prozent zu Buche, der 50-Tage-Durchschnitt von 164,31 Euro liegt damit oberhalb des aktuellen Kurses. Über dem 200-Tage-Durchschnitt von 143,16 Euro notiert die Aktie hingegen weiterhin komfortabel, mit einem Abstand von 7,49 Prozent. Der RSI von 45,2 signalisiert derzeit keine Überkauft- oder Überverkauft-Situation, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 60,76 Prozent die anhaltend hohe Schwankungsbreite des Titels unterstreicht. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 129,43 Milliarden Euro.

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