Siemens Energy Aktie: Omterra-Ausgliederung billigt Aufsichtsrat

Siemens Energy richtet sich neu aus, während Christian Bruch besseren Infrastrukturschutz verlangt und mehrere Häuser die Aktie positiv bewerten.

Die Kernpunkte:
  • Bruch verlangt staatliche Schutzvorkehrungen
  • Ausgliederung von Transformation of Industry angekündigt
  • Mehrere Analystenhäuser empfehlen den Kauf
  • Aktie liegt 25 Prozent unter Jahreshoch

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch hat von der Bundesregierung ein strukturiertes Vorgehen zum Schutz der Bevölkerung gefordert. Anlass sind Sabotageakte auf das Stromnetz, zunehmende Cyberangriffe und aus seiner Sicht fehlende Notfallpläne. Bruch verlangt konkrete Vorkehrungen, statt auf Einzelfälle zu reagieren.

Die Warnung fällt in eine Phase, in der Siemens Energy konzernstrategisch neu aufgestellt wird. Am vergangenen Dienstag hatte das Unternehmen die rechtliche und operative Verselbstständigung des Geschäftsbereichs Transformation of Industry angekündigt.

Der Aufsichtsrat billigte die milliardenschwere Ausgliederung der Sparte mit Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäft, Siemens Energy will künftig nur noch eine Minderheitsbeteiligung halten und sich stärker auf Stromerzeugung und Stromübertragung konzentrieren. Die neue Einheit soll unter dem Markennamen Omterra firmieren. Seit der Ankündigung hat die Aktie um 3,3 Prozent zugelegt.

Kritische Infrastruktur im Fokus

Bruchs Vorstoß richtet den Blick auf ein Thema, das über das operative Geschäft von Siemens Energy hinausreicht: die Sicherheit der Energieinfrastruktur selbst. Als Anbieter von Netztechnik ist der Konzern unmittelbar betroffen, wenn Stromnetze zum Angriffsziel werden. Die Forderung nach einem strukturierten staatlichen Vorgehen unterstreicht, dass Bruch die bisherigen Schutzmechanismen für unzureichend hält.

Für Anleger ist die Aussage auch deshalb relevant, weil sie zeigt, wie stark sich der Konzern nach dem geplanten Umbau auf sein Kerngeschäft Netz- und Kraftwerkstechnik fokussiert. Je stärker dieses Segment künftig das Geschäftsprofil prägt, desto stärker wirken sich Themen wie Netzsicherheit auf die Wahrnehmung des Unternehmens am Kapitalmarkt aus.

Analysten bleiben trotz Volatilität optimistisch

Parallel zu den strategischen Weichenstellungen zeigte sich Anfang September reges Analysteninteresse. JPMorgan startete die Coverage für Siemens Energy mit Overweight und einem Kursziel von 245 Euro, Jefferies bestätigte sein Buy-Rating mit einem Kursziel von 215 Euro.

Auch Deutsche Bank und Banco BTG Pactual nahmen die Aktie mit Kaufempfehlungen in die Beobachtung auf. Die Kursziele signalisieren deutlichen Aufwärtsspielraum gegenüber dem aktuellen Kurs von 147,02 Euro, bei dem das Papier am Freitag um 0,8 Prozent zulegte.

Der Blick auf die jüngere Kursentwicklung relativiert die Euphorie etwas: Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,38 Euro, erreicht im April, notiert die Aktie derzeit 25 Prozent entfernt. Die Kombination aus struktureller Neuausrichtung, sicherheitspolitischer Debatte und optimistischen Analystenstimmen macht deutlich, dass sich Siemens Energy in einer Übergangsphase befindet – operativ wie kommunikativ.

Wie der Konzern die Forderung nach besserem Infrastrukturschutz mit der eigenen Verschlankung in Einklang bringt, dürfte für die weitere Bewertung der Aktie mitentscheidend sein.

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