Siemens Energy Aktie: Q3-Zahlen am 5. August erwartet
Siemens Energy bestätigt Prognose vor Q3-Zahlen am 5. August. Gasturbinen-Kapazitäten und Rechenzentren treiben das Wachstum.

- Quiet Period bis zum 5. August
- Gasturbinen-Ausbau auf 80 Einheiten
- Grid Technologies mit Rechenzentrums-Boom
- Gamesa soll Break-even erreichen
Siemens Energy hat sich selbst zum Schweigen verpflichtet. Seit Mittwoch gilt für den Energietechnik-Konzern die Quiet Period bis zur nächsten Quartalsveröffentlichung. Was Anleger jetzt haben, sind die Signale aus dem jüngsten Pre-Close Call — und die geben Hinweise darauf, wie belastbar die Wachstumsstory wirklich ist.
Der Termin steht, die Botschaften auch
Am 5. August 2026 legt Siemens Energy die Zahlen zum dritten Quartal vor. Die Veröffentlichung startet um 7:00 Uhr MESZ, der Webcast folgt um 10:00 Uhr. Bis dahin bleibt es bei dem, was der Konzern im Pre-Close Call bereits skizziert hat.
Das Management bestätigte die bisherige Prognose. Es sprach von robuster Nachfrage, hoher Sichtbarkeit im Auftragseingang und einer weiterhin angespannten Angebotslage bei wichtigen Komponenten. Neue Impulse dürften bis zur Quartalsvorlage also ausbleiben.
Der Aktienkurs spiegelt diese Wartephase. Am Mittwoch schloss das Papier bei 161,96 Euro, ein Minus von 1,65 Prozent auf Sieben-Tage-Sicht. Auf 30 Tage steht ein Plus von 2,65 Prozent, seit Jahresbeginn liegt die Aktie 31,89 Prozent im Plus.
Gasturbinen: Das Angebot ist der Engpass, nicht die Nachfrage
Bei Gasturbinen sieht Siemens Energy weiterhin einen Markt, in dem nicht die Nachfrage das Problem ist. Es ist die eigene Kapazität. Der Auftragsbestand lag zum Ende des zweiten Geschäftsquartals bei rund 60 Gigawatt.
Der Konzern baut deshalb aus. In der zweiten Jahreshälfte startet die erste Ausbaustufe bei mittelgroßen Turbinen — 30 zusätzliche Einheiten kommen zu bisher 50 pro Jahr hinzu. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt Siemens Energy bei großen Gasturbinen rund 50 Einheiten pro Jahr in Aussicht, verglichen mit bisher 35.
Höhere Preise im Neugeschäft sollen sich schrittweise auch in Serviceverträgen niederschlagen. Das dauert allerdings. Serviceumsätze folgen erst nach Lieferung und Garantiephase — der volle Effekt heutiger Aufträge zeigt sich laut Unternehmen meist erst drei Jahre nach der Installation.
Rechenzentren treiben das Netzgeschäft
Im Bereich Grid Technologies profitiert Siemens Energy vom Ausbau der Stromnetze, der Integration erneuerbarer Energien und dem Ersatz alter Infrastruktur. Besonders in den USA sieht der Konzern zusätzlichen Schub durch Rechenzentrumsprojekte.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 meldete das Unternehmen rund 2 Milliarden Euro an Aufträgen mit Bezug zu Rechenzentren. Das entspricht fast dem gesamten Volumen des Vorjahres. Transformatoren, Leistungsschalter, Statcoms und Anschlusslösungen zählen zum entsprechenden Portfolio.
Die Prognose für diesen Bereich hatte Siemens Energy bereits angehoben. Für 2026 erwartet der Konzern ein Umsatzwachstum zwischen 25 und 27 Prozent sowie eine Marge vor Sondereffekten von 18 bis 20 Prozent.
Gamesa: Der Break-even soll halten
Bei Siemens Gamesa bleibt die Wende der wichtigste Prüfstein. Ein erheblicher Teil der Offshore-Aufträge hat sich ins Geschäftsjahr 2027 verschoben. Der Auftragseingang im dritten Quartal dürfte deshalb vor allem vom Onshore-Baseline-Geschäft getragen werden.
An der Profitabilitätsprognose ändert sich nichts. Siemens Energy erwartet eine negative erste Jahreshälfte, eine positive zweite Hälfte und ein Break-even-Ergebnis für das Gesamtjahr. Der Cashflow im Windgeschäft soll allerdings negativ bleiben — positiv wird er nach Unternehmensangaben erst 2028.
Wo die Aktie technisch steht
Das Kursbild zeigt gemischte Signale. Mit 161,96 Euro liegt die Aktie 3,78 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 168,33 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt von 140,88 Euro beträgt der Abstand dagegen 14,96 Prozent nach oben.
Zum 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro vom 24. April fehlen noch 17,17 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 84,62 Euro liegt bei über 91 Prozent — ein Hinweis auf die enorme Erholung seit September 2025.
Für das Gesamtjahr 2026 hält Siemens Energy an seinem Ziel von rund 8 Milliarden Euro Free Cashflow vor Steuern fest. Der Konzern verweist zudem auf bereits gestartete und teils abgeschlossene Aktienrückkäufe. Ob die im Pre-Close Call skizzierten Aussagen zu Nachfrage, Kapazitäten und Cashflow tragen, zeigt sich am 5. August mit den Q3-Zahlen.
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