Siemens Energy Aktie: RBC taxiert Omterra auf 10 Milliarden

Siemens Energy erhält positive Analystenurteile zur Omterra-Abspaltung, während Rückkauf, Quartalswachstum und Transaktionsdetails im Fokus bleiben.

Die Kernpunkte:
  • RBC sieht über zehn Milliarden Euro Spartenwert
  • Mehrere Häuser bestätigen positive Kursziele
  • Aktienrückkauf über rund eine Milliarde Euro
  • Umsatz im dritten Quartal deutlich gestiegen

Die geplante Verselbstständigung der Sparte „Transformation of Industry“ beschäftigt weiterhin die Analystenzunft. Mehrere Häuser bezifferten in den vergangenen Tagen erstmals konkrete Wertansätze für das Geschäft mit Elektrolyseuren, Industrieturbinen und Kompressoren, das künftig unter der Marke „Omterra“ firmieren soll.

RBC Capital Markets taxiert den Wert der Sparte auf potenziell über 10 Milliarden Euro und bestätigte am Mittwoch die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 200 Euro. Jefferies-Analyst Lucas Ferhani lobte den Zeitpunkt der Trennung als günstig und beließ das Rating „Buy“ bei einem Kursziel von 215 Euro.

Konzern bündelt Kapital auf Wachstumsfelder

Mit der Abspaltung will sich Siemens Energy auf die Bereiche Stromerzeugung und Stromübertragung konzentrieren, die vom Boom der Rechenzentren durch den KI-bedingten Strombedarf profitieren. Die Industriesparte beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr 5,7 Milliarden Euro Umsatz.

Für die Dekonsolidierung prüft der Konzern nach eigenen Angaben mehrere Optionen, darunter den Einstieg externer Investoren oder eine Kapitalmarkttransaktion – eine wesentliche Minderheitsbeteiligung will Siemens Energy dabei behalten.

J.P. Morgan äußerte sich am Mittwoch positiv über die Vereinfachung der Konzernstruktur, bemängelte jedoch fehlende Details zur Bewertung der Industriesparte. Das Kursziel von 245 Euro und die Einstufung „Overweight“ blieben dennoch bestehen.

Auch die Deutsche Bank hält an ihrem Kursziel von 210 Euro fest, Bernstein Research sieht ebenfalls 210 Euro als fairen Wert – gestützt auf eine Umfrage unter Einkaufsleitern von Rechenzentren, die eine anhaltend starke Nachfrage nach Stromversorgungstechnik signalisiert.

Rückkaufprogramm läuft parallel weiter

Während sich die Sparten-Debatte fortsetzt, treibt Siemens Energy sein Kapitalrückführungsprogramm voran. Vor zwei Wochen schloss der Konzern die zweite Tranche des bis 2028 laufenden Aktienrückkaufprogramms mit einem Gesamtvolumen von bis zu 6 Milliarden Euro ab. In diesem Zeitraum erwarb das Unternehmen eigene Aktien im Wert von rund 1 Milliarde Euro.

Untermauert wird das Vertrauen der Analysten durch die zuletzt vorgelegten Geschäftszahlen. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das zum 30. Juni endete, steigerte Siemens Energy den Umsatz um 17,5 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro gegenüber 9,75 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 0,71 Euro auf 1,28 Euro.

Aktie unter jüngstem Hoch, Bewertungslücke bleibt Thema

Am deutschen Markt schloss die Aktie am Donnerstag bei 150,92 Euro, ein Rückgang von 0,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit notiert das Papier gut 23 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 25 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass die Kursschwäche der vergangenen Wochen eher eine Verschnaufpause als eine Trendwende darstellt.

Für Anleger bleibt die zentrale Frage, wie der Markt die separierte Industriesparte künftig bewertet. Mit Schätzungen von RBC über 10 Milliarden Euro liegt erstmals eine konkrete Hausnummer vor, die als Orientierung für die anstehende Kapitalmarkttransaktion dienen könnte.

Klarheit über die konkrete Struktur der Transaktion dürfte spätestens zur Vorlage der Jahreszahlen am 11. November folgen, wenn der Konzern die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2026 präsentiert.

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