Siemens Energy Aktie: Rückkauf-Dauerfeuer?
Der Rückkauf geht weiter, während Analysten die Geschäftsaussichten unterschiedlich bewerten und ein Mexiko-Vertrag an die Finanzierung gebunden bleibt.

- 1.337.076 Aktien in einer Woche erworben
- Rückkäufe seit September: 5.850.308 Aktien
- mwb Research hält an Verkaufsempfehlung fest
- Mexiko-Vertrag unter Finanzierungsvorbehalt
Siemens Energy setzt den Aktienrückkauf fort, während die Analysten zwischen operativer Zuversicht und Bewertungssorgen abwägen. Die gestern veröffentlichte sechste Zwischenmeldung dokumentiert weitere Käufe eigener Aktien. Für Anleger ergibt sich daraus ein geteiltes Bild: Der Rückkauf läuft weiter, doch selbst die Erwartung eines starken Geschäftsverlaufs führt nicht bei allen Analysten zu einem positiven Anlageurteil.
Vom 26. Oktober bis einschließlich 1. November erwarb Siemens Energy nach eigenen Angaben 1.337.076 eigene Aktien. Die Mitteilung bestätigt damit die Fortsetzung des Programms über die jüngste Berichtswoche hinweg.
Der Rückkauf bildet einen konkreten Gegenpol zur Debatte über die Bewertung. Eine Aussage über die operative Entwicklung ist mit dem Erwerb eigener Aktien allerdings nicht verbunden. Dafür richten sich die Blicke auf die angekündigte Ergebniskonferenz.
Seit dem Beginn des Rückkaufs am 24. September summieren sich die Erwerbe auf 5.850.308 Aktien. Am 11. November 2026 steht die erweiterte Konferenz zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 an.
Operative Zuversicht löst Bewertungsfrage nicht
Die unterschiedlichen Analysteneinschätzungen verdeutlichen, worauf es bei diesem Termin ankommt: Ein gutes Quartal und eine attraktive Bewertung sind nicht dasselbe. Die Erwartungen an das Geschäft müssen deshalb von der Einschätzung des Aktienpreises getrennt werden.
Die Bank of America leitete am Donnerstag positive Signale aus den Ergebnissen von GE Vernova und Hitachi Energy ab. Sie verwies auf starke Gasturbinen-Margen und erwartete höhere Margen in der Netztechnik. Hinzu kamen robuste Gasturbinen-Aufträge bis 2027. Eine neue Rating- oder Kurszielentscheidung wurde dabei nicht berichtet.
Dem steht eine skeptischere Bewertungsperspektive gegenüber. Sie richtet sich nicht zwingend gegen die kurzfristigen Geschäftsaussichten, sondern gegen den Preis, den Anleger für diese Aussichten zahlen.
mwb Research bekräftigte am 22. Oktober die Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 100 Euro. Analyst Leon Mühlenbruch erwartete dennoch ein starkes viertes Quartal. Als Gegenargument führte er die aus seiner Sicht anspruchsvolle Bewertung an.
Mexiko-Vertrag mit Finanzierungsvorbehalt
Ein konkreter operativer Anknüpfungspunkt ist das Projekt Pacifico Mexinol. Hier steht neben dem Vertragsabschluss vor allem der Vorbehalt für dessen Vollzug im Mittelpunkt.
Transition Industries meldete am 28. Oktober einen verbindlichen EPC-Vertrag mit Siemens Energy und Techint E&C. Er betrifft eine rund 210-MW-Elektrolyseanlage in Mexiko.
Der Vertrag steht unter üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich der Projektfinanzierung. Der Abschluss ist damit eine konkrete Geschäftsmeldung, aber kein vorbehaltlos vollzogenes Projekt. Zusammen mit dem laufenden Rückkauf liefert er greifbare Unternehmensnachrichten. Ob daraus auch eine überzeugende Bewertungsperspektive entsteht, bleibt die zentrale Streitfrage der Analysten.
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