Siemens Energy Aktie: Siemens-Anteil fällt unter 5 Prozent
Siemens Energy steigert Umsatz und Auftragseingang deutlich, während Siemens seinen Anteil unter fünf Prozent reduziert und die Aktie weiter nachgibt.

- Siemens-Anteil fällt unter fünf Prozent
- Aktie verliert am Dienstag 1,3 Prozent
- Auftragseingang erreicht 17,9 Milliarden Euro
- Cashflow-Prognose auf rund acht Milliarden angehoben
Die Siemens AG hat sich weiter von ihrer früheren Tochter zurückgezogen. Über die Siemens Beteiligungen Inland GmbH sank der Stimmrechtsanteil an Siemens Energy von 5,54 auf 4,98 Prozent und rutschte damit erstmals unter die meldepflichtige Schwelle von 5 Prozent.
Die entsprechende Pflichtmitteilung nach dem Wertpapierhandelsgesetz wurde am vergangenen Mittwoch veröffentlicht, die Schwellenunterschreitung selbst datiert bereits auf den Tag zuvor.
Seit der Abspaltung im Jahr 2020, als die Siemens AG noch 35,1 Prozent hielt, hat sich die Beteiligung damit auf ein Randmaß reduziert – ein weiteres Signal, dass der ehemalige Mutterkonzern operativ wie kapitalmäßig endgültig auf Distanz geht.
Kursverfall setzt sich fort
Für Anleger fällt die Meldung in eine ohnehin angespannte Phase. Die Aktie notiert aktuell bei 132,30 Euro und büßt am heutigen Dienstag weitere 1,3 Prozent ein, nachdem sie bereits am Vortag deutlich nachgegeben hatte.
Der Kursrückgang der vergangenen Wochen speist sich aus mehreren Quellen: Die seit einiger Zeit diskutierte mögliche Abspaltung der Sparte Transformation of Industry hat bereits Kursverluste ausgelöst, hinzu kamen zuletzt Sorgen um eine Abkühlung des KI-Investitionszyklus sowie ein Downgrade des Wettbewerbers GE Vernova, das auf die gesamte Branche ausstrahlte.
Die Reduzierung des Siemens-Anteils dürfte für sich genommen kein fundamentaler Belastungsfaktor sein, verstärkt aber das Bild eines Unternehmens, das sich zunehmend von seinen historischen Wurzeln löst – organisatorisch über das geplante Rebranding zu „Omterra“ später im laufenden Kalenderjahr, kapitalmäßig nun auch über den fast vollständigen Rückzug der Siemens AG als Aktionär.
Operatives Geschäft bleibt robust
Von den Kursturbulenzen unberührt bleibt die operative Entwicklung. Im dritten Geschäftsquartal, gemeldet am 5. August, verzeichnete Siemens Energy einen Rekord-Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro.
Der Gewinn je Aktie kletterte von 0,71 auf 1,26 Euro. Das Unternehmen hob zudem seine Prognose für den freien Cashflow im Gesamtjahr von 4 bis 5 Milliarden auf rund 8 Milliarden Euro an und rechnet weiterhin mit einem Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent.
Analysehaus Jefferies reduzierte Anfang September das Kursziel von 215 auf 210 Euro, beließ die Kaufempfehlung jedoch bestehen. Die Diskrepanz zwischen robusten operativen Zahlen und dem seit Wochen anhaltenden Kursdruck dürfte die entscheidende Frage für Anleger bleiben, bis die nächsten Quartalszahlen am 11. November für Klarheit sorgen.
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