Siemens Energy Aktie: Sonatrach-Deal für Wasserstoff-Hub

Siemens Energy treibt Wasserstoffstrategie mit Sonatrach-Deal voran, während Analysten den jüngsten Kursrückgang als unbegründet einstufen.

Die Kernpunkte:
  • Kooperation mit algerischem Staatskonzern Sonatrach
  • JPMorgan bestätigt Kursziel von 235 Euro
  • Hamburg Green Hydrogen Hub als nächster Meilenstein
  • Quartalszahlen werden am 5. August erwartet

Siemens Energy baut seine Wasserstoff-Strategie aus, während der Kurs eine sektorweite Schwäche verdaut. Ein neuer Deal mit Algerien und positive Analystenstimmen stehen gegen den Kursrücksetzer der vergangenen Tage. Die Aktie notiert bei 150,82 Euro, ein leichtes Minus von 0,37 Prozent gegenüber dem Vortag.

Sonatrach-Deal macht Algerien zum Wasserstoff-Hub

Am Mittwoch bestätigte das algerische Staatsunternehmen Sonatrach Details einer weitreichenden Absichtserklärung mit Siemens Energy. Die Unterzeichnung fand bereits am vergangenen Freitag statt, während des Berlin-Besuchs von Präsident Abdelmadjid Tebboune.

Die Kooperation soll Algerien zum Knotenpunkt für grünen Wasserstoff machen. Siemens Energy liefert dafür nicht nur Technologie. Der Konzern prüft zusätzlich den Aufbau einer lokalen Fertigung für Elektrolyseure vor Ort.

Die Vereinbarung deckt auch Wartung und Reparatur bestehender Anlagen ab. Hinzu kommen digitale Lösungen für vorausschauende Instandhaltung. Algerien bringt dafür ideale Voraussetzungen mit: reichlich Sonne und Wind für die Produktion kohlenstoffarmer Energie.

JPMorgan hält an Kursziel von 235 Euro fest

Der Kurs war am Mittwoch kurz unter Druck geraten. Auslöser waren schwache Quartalszahlen des US-Konkurrenten GE Vernova, die Gewinnmitnahmen im gesamten Energietechniksektor auslösten. JPMorgan-Analyst Phil Buller bewertete diesen Rücksetzer als unbegründet und bestätigte sein „Overweight“-Rating mit Kursziel 235 Euro.

Buller sieht die Nachfrage nach Netztechnik und Gasturbinen bei Siemens Energy weiter robust. Die Windschwäche bei GE Vernova lasse sich nicht auf die Erholung der Siemens-Energy-Windtochter übertragen, die künftig unter der Marke Omterra firmiert. Auch UBS und RBC Capital Markets hoben ihre Kursziele zuletzt auf 210 Euro an. Das signalisiert wachsendes Vertrauen in die Margenziele von Vorstandschef Christian Bruch.

Hamburg liefert den nächsten Baustein

Parallel zum Algerien-Geschäft treibt Siemens Energy den Ausbau im eigenen Heimatmarkt voran. Auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks Moorburg entsteht der Hamburg Green Hydrogen Hub. Siemens Energy liefert dafür die Kerntechnologie für einen 100-Megawatt-Großelektrolyseur.

Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 soll die Anlage jährlich rund 10.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Langfristige Wartungsverträge und Kompressionsstationen ergänzen den Auftrag. Der Konzern festigt damit seine Rolle als Anbieter entlang der gesamten Wasserstoff-Kette.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn um gut 25 Prozent zugelegt, notiert aber rund 23 Prozent unter ihrem Hoch vom April. Am 5. August legt Siemens Energy die Zahlen zum dritten Quartal vor. Bis dahin gilt die „Quiet Period“ – offizielle Stellungnahmen zur operativen Entwicklung bleiben bis zum Bericht aus.

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