Siemens Energy Aktie: SpaceX sorgt für Kursdruck
Siemens Energy meldet starke Quartalszahlen, während Analysten SpaceX nicht als kurzfristige Konkurrenz für das Gasturbinen-Geschäft werten.

- SpaceX plant eigene Turbinenschaufel-Produktion
- Siemens-Energy-Aktie verliert zeitweise 4,4 Prozent
- Auftragseingang erreicht 17,9 Milliarden Euro
- Analysten bestätigen positive Einschätzungen
Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX will Turbinenschaufeln für Gasturbinen künftig selbst produzieren, um Lieferzeiten um bis zu 18 Monate zu verkürzen. Diese Pläne schickten die Siemens-Energy-Aktie am Montag um bis zu 4,4 Prozent nach unten. Anleger fürchteten offenbar, ein potenzieller Kunde könnte sich zum Konkurrenten entwickeln. Die Aktie notiert aktuell bei 141,36 Euro und legt am heutigen Mittwoch um 0,8 Prozent zu.
Analysten widersprechen der Sorge
JPMorgan-Analyst Phil Buller ordnete die Nachricht am Dienstag anders ein. Er bestätigte sein „Overweight“-Rating mit Kursziel 245 Euro und interpretierte die SpaceX-Pläne als Beleg für die hohe Nachfrage nach Gasturbinen – nicht als Bedrohung. Buller verwies zudem darauf, dass die Sparte Gas Services nur rund zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmacht. Ein Eigenbau durch SpaceX würde also nur einen kleinen Teil des Geschäfts berühren.
Auch Jefferies-Analyst Lucas Ferhani bestätigte am Montag sein „Buy“-Rating mit Kursziel 215 Euro. Sein Argument: Die SpaceX-Ambitionen unterstreichen die Widerstandsfähigkeit der Nachfrage nach Gasturbinen-Technologie. Ein Produktionsramp-up in diesem Bereich dürfte Jahre dauern, so Ferhani – ein kurzfristiges Wettbewerbsrisiko sieht er daher nicht.
Rekordquartal untermauert die operative Stärke
Hinter der Debatte um mögliche neue Konkurrenz steht ein Konzern, der operativ so stark performt wie selten zuvor. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Siemens Energy einen Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro – ein Allzeithoch.
Der Auftragsbestand kletterte auf 162 Milliarden Euro, der Umsatz stieg vergleichbar um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Sondereffekten verdreifachte sich nahezu auf 1,62 Milliarden Euro.
Besonders bemerkenswert: Die Windkraftsparte Siemens Gamesa schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Quartalsergebnis. Der Konzern bestätigte seine Jahresprognose für 2026 mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und einer Marge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent.
Bereits im Mai hatte das Unternehmen seine Prognose nach starken Halbjahreszahlen angehoben – damals lag der Umsatz bei 10,29 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern bei 835 Millionen Euro.
Kursziele bleiben deutlich über dem aktuellen Niveau
Die Kursziele der Analysten liegen mit 245 Euro (JPMorgan) und 215 Euro (Jefferies) deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Das signalisiert Vertrauen in die fundamentale Entwicklung, trotz der kurzfristigen Nervosität um mögliche neue Wettbewerber im Turbinengeschäft.
Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob sich SpaceX tatsächlich zu einem relevanten Konkurrenten im Gasturbinenmarkt entwickelt – oder ob die Pläne, wie von den Analysten erwartet, schlicht auf Jahre hinaus wenig operative Substanz entfalten. Die nächsten konkreten Anhaltspunkte dürften mit den Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 kommen, die für November erwartet werden.
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