Siemens Energy Aktie: Turbinen für drei SMR
Siemens Energy produziert Turbinen für drei britische Kleinreaktoren, während der Konzernumbau läuft und Analysten die Aktie weiter positiv bewerten.

- Turbinenfertigung für drei SMR-Anlagen
- Produktion im Newcastle-Werk gestartet
- Omterra-Abspaltung als Konzernumbau
- JPMorgan bestätigt 245-Euro-Kursziel
Siemens Energy baut sein Geschäft mit kleinen Reaktoren weiter aus. Für Rolls-Royce SMR fertigt der Konzern die Turbinen für die ersten drei Small Modular Reactors des Gwyndod-Projekts in Nordwales. Die Produktion läuft im Werk Newcastle, wie am Freitag vergangener Woche bekannt wurde.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie von Nachrichten ein, die das Nukleargeschäft von Siemens Energy als Wachstumsfeld unterstreichen. SMR-Technologie gilt in der Energiebranche als Antwort auf steigenden Strombedarf durch Rechenzentren und Elektrifizierung, weil sich die kompakten Reaktoren schneller bauen lassen als klassische Großkraftwerke.
Mit der Fertigung für Rolls-Royce SMR positioniert sich Siemens Energy als Zulieferer für ein Segment, das in Großbritannien politisch gefördert wird.
Konzernumbau parallel zum Auftragsgeschäft
Während im operativen Geschäft neue Aufträge eingehen, treibt Siemens Energy zugleich den Umbau der Konzernstruktur voran. Anfang September wurde bekannt, dass die Sparte „Transformation of Industry“ als eigenständige Einheit unter dem Namen „Omterra“ abgespalten werden soll.
Für Anleger bedeutet das eine schrittweise Fokussierung des Konzerns auf die verbleibenden Kerngeschäfte Energienetze, Gasturbinen und eben die Nukleartechnik, in die auch der neue Rolls-Royce-Auftrag fällt.
Die Aktie hat diese Nachrichtenlage zuletzt nur bedingt stützen können. Am Freitag legte das Papier um 2,3 Prozent auf 143,92 Euro zu, notiert damit aber weiterhin rund 26 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro vom April.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Rückgang von 12 Prozent zu Buche – ein Nachhall der Quartalszahlen vor rund einem Monat, die den Kurs seither belastet haben.
Analysten bleiben trotz Rücksetzer positiv
Trotz der Kursschwäche der vergangenen Wochen halten mehrere Häuser an positiven Einschätzungen fest. JPMorgan bestätigte am Mittwoch nach Gesprächen mit Vorstandschef Christian Bruch die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 245 Euro – der bislang höchste unter den namentlich bekannten Zielwerten und deutlich über dem aktuellen Kursniveau.
Jefferies hatte sein Kursziel Anfang September zwar von 215 auf 210 Euro gesenkt, beließ die Einstufung aber auf „Buy“. Auch Deutsche Bank Research bestätigte zu Monatsbeginn die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 210 Euro, während Banco BTG Pactual die Coverage neu mit „Buy“ aufnahm.
Die Bandbreite der Kursziele signalisiert, dass die Analystengemeinde die langfristige Wachstumsstory – getragen von Netzausbau, Gasturbinen und nun auch SMR-Fertigung – intakt sieht, auch wenn die kurzfristige Kursentwicklung angeschlagen wirkt.
Der jüngste Auftrag aus Großbritannien liefert dafür ein konkretes Beispiel: Er zeigt, dass Siemens Energy im Nukleargeschäft nicht nur strategische Absichtserklärungen abgibt, sondern bereits Fertigungskapazitäten bindet. Für Anleger bleibt die Kernfrage, ob solche operativen Fortschritte ausreichen, um das durch den Konzernumbau und die Kursschwäche gedämpfte Sentiment zu drehen.
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