Siemens Energy Aktie: Umbenennung zu Omterra spart 300 Millionen

Siemens Energy benennt sich in Omterra um und spart jährlich 300 Millionen Euro Lizenzgebühren. Analysten sehen weiteres Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Umbenennung zu Omterra beschlossen
  • Jährliche Einsparung von 300 Mio. Euro
  • Aktienrückkaufprogramm läuft weiter
  • Camlin-Übernahme noch nicht abgeschlossen

Der Konzern kündigte an, den Namen „Siemens“ schrittweise aufzugeben und künftig unter der Marke „Omterra“ aufzutreten. Der Schritt folgt aus dem Auslaufen der Lizenzvereinbarung mit der Siemens AG und soll dem Unternehmen jährlich rund 300 Millionen Euro an Lizenzgebühren ersparen.

Die Umfirmierung markiert einen Einschnitt für einen Konzern, der seit der Abspaltung von der Siemens AG stets auch von der Strahlkraft des Mutternamens profitiert hat. Nun zahlt sich die Eigenständigkeit offenbar auch finanziell aus: Die eingesparten Lizenzkosten fließen künftig direkt in die eigene Bilanz, statt an die Siemens AG zu gehen.

Aktienrückkauf läuft weiter

Parallel zur Namensdebatte hält Siemens Energy an seiner Kapitalrückführung fest. Der Konzern veröffentlichte die sechste Zwischenmeldung zum laufenden Aktienrückkaufprogramm gemäß der einschlägigen EU-Verordnung. Solche Rückkaufprogramme signalisieren üblicherweise Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung und stützen tendenziell die Nachfrage nach der Aktie im Markt.

Übernahme von Camlin Group noch nicht abgeschlossen

Strategisch treibt Siemens Energy zudem den Ausbau seines Netzgeschäfts voran. Anfang Juni gab der Konzern die geplante Übernahme der Camlin Group bekannt, eines Spezialisten für Überwachungslösungen im Stromnetzbereich. Die Transaktion soll das Portfolio im Segment Grid Technologies erweitern, ist nach Unternehmensangaben aber noch nicht vollzogen. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und wird noch vor Ende des laufenden Jahres erwartet. Bis dahin bleibt Camlin ein eigenständiges Unternehmen außerhalb des Siemens-Energy-Konzerns.

Das Grid-Technologies-Segment gilt als einer der Wachstumstreiber des Unternehmens, da der weltweite Ausbau und die Modernisierung von Stromnetzen zusätzliche Nachfrage nach Überwachungs- und Steuerungstechnik erzeugen.

Analysten sehen Rückenwind aus den USA

Der Jefferies-Analyst Lucas Ferhani bestätigte Mitte Juli seine Kaufempfehlung für die Aktie und nannte ein Kursziel von 215 Euro. Als Begründung führte er die hohe Netzauslastung in den USA sowie den anhaltenden Bedarf an Gasturbinen an. Die Einschätzung datiert vom 13. Juli und spiegelt damit eine aktuelle Sicht auf das Geschäft mit Energieinfrastruktur wider, das von der steigenden Stromnachfrage im Zuge des US-amerikanischen Rechenzentrumsbooms profitieren dürfte.

Kurs unter Druck trotz starkem Jahresverlauf

Trotz der positiven Nachrichtenlage steht die Aktie zuletzt unter Druck. Der Kurs schloss am Freitag bei 147,74 Euro und liegt damit rund 9 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 162,42 Euro – ein Hinweis darauf, dass sich die kurzfristige Dynamik abgeschwächt hat. Auf Sicht von 30 Tagen verlor das Papier 7,37 Prozent.

Der Blick auf die längere Frist relativiert das Bild jedoch: Seit Jahresbeginn steht für die Aktie ein Plus von 22,71 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Zuwachs von 55,58 Prozent. Vom Rekordhoch bei 195,54 Euro, das Ende April markiert wurde, ist der Titel derzeit rund ein Viertel entfernt. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 84,62 Euro aus dem vergangenen September liegt der Kurs dagegen deutlich höher.

Die anstehende Umbenennung zu Omterra dürfte in den kommenden Monaten zum zentralen Thema für Anleger werden, zumal der Konzern parallel die Integration der Camlin-Übernahme vorantreiben und deren regulatorischen Abschluss abwarten muss. Wie der Markennamenwechsel operativ umgesetzt wird und ob die versprochenen Einsparungen tatsächlich in dieser Höhe realisiert werden können, dürfte sich erst im weiteren Jahresverlauf zeigen.

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