Siemens Energy Aktie: Umfirmierung zu Omterra

Siemens Energy treibt mit Milliardenauftrag aus Oman und Umfirmierung zu Omterra die Expansion voran. Analysten bewerten die Entwicklung uneinheitlich.

Die Kernpunkte:
  • Umbenennung in Omterra angekündigt
  • Milliardenauftrag für Kraftwerke im Oman
  • Rating auf BBB+ angehoben
  • Aktienrückkaufprogramm fortgesetzt

Innerhalb weniger Tage kündigte der Konzern eine Umfirmierung an, meldete einen milliardenschweren Großauftrag aus dem Nahen Osten, weitete seine Fertigungskapazitäten aus und erhielt gleich mehrere positive Rückmeldungen von Ratingagenturen und Analysehäusern. Die Aktie selbst zeigt sich davon zuletzt allerdings unbeeindruckt: Zum Freitagsschluss notierte das Papier bei 147,74 Euro und liegt damit rund 24,45 Prozent unter seinem im April markierten 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro. Über die vergangenen 30 Tage hat der Kurs 7,37 Prozent verloren.

Umbenennung in Omterra und höheres Rating

Der Konzern hatte am 14. Juli angekündigt, sich ab der zweiten Jahreshälfte 2026 schrittweise in „Omterra“ umzubenennen. Grund ist das Auslaufen der Lizenzvereinbarung zur Nutzung des Namens „Siemens“ mit der Siemens AG. Nach Angaben von dpa-AFX bewerten Analysten den Wegfall der damit verbundenen Lizenzgebühren als margenstärkend für das Unternehmen. Zwei Tage später bestätigte S&P Global diese positive Einschätzung der operativen Entwicklung mit einer konkreten Maßnahme: Die Ratingagentur hob das langfristige Kreditrating von „BBB“ auf „BBB+“ an und begründete den Schritt mit der verbesserten operativen Performance sowie dem starken Auftragsbestand des Unternehmens.

Großauftrag im Oman und mehr Fertigungskapazität

Auch operativ liefert Siemens Energy Substanz. Am 16. Juli wurde ein Großauftrag aus dem Oman bekannt: Der Konzern liefert Kernkomponenten für zwei Gas- und Dampfturbinenkraftwerke in Misfah und Duqm. Das Paket umfasst sechs Gasturbinen der F-Klasse, sechs Generatoren und Servicevereinbarungen über 20 Jahre für eine Gesamtkapazität von rund 2,6 Gigawatt. Parallel dazu kündigte das Unternehmen an, die jährliche Fertigungskapazität für mittelgroße Gasturbinen von 50 auf 80 Einheiten zu erhöhen – eine Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Grundlaststrom für KI-Rechenzentren.

Auch in den USA expandiert Siemens Energy. Am 17. Juli erfolgte in Pearl, Mississippi, der offizielle Spatenstich für ein neues Werk zur Fertigung von Hochspannungsschaltanlagen. Die Investition von rund 300 Millionen US-Dollar ist Teil eines insgesamt eine Milliarde US-Dollar schweren Ausbauplans für den US-Markt. Zusätzlichen Rückenwind liefert die deutsche Politik: Der Bundestag verabschiedete am 9. Juli das Stromversorgungskapazitätssicherungsgesetz, das den Bau von 12 Gigawatt wasserstofffähiger Gaskraftwerke vorsieht. Siemens Energy gilt bei den anstehenden Ausschreibungen als technologisch führender Bieter.

Analysten uneins über weiteres Kurspotenzial

Die Nachrichtenlage spiegelt sich in einer Reihe frischer Analystenreaktionen wider. JPMorgan bestätigte am 14. Juli die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 235 Euro; Analyst Phil Buller verwies dabei explizit auf den positiven Margeneffekt durch den Wegfall der Siemens-Namenslizenzen. Einen Tag zuvor hatte RBC Capital Markets das Kursziel von 200 auf 210 Euro angehoben und die Einstufung „Outperform“ bestätigt, während Jefferies am selben Tag mit „Buy“ und einem Kursziel von 215 Euro auf die anhaltend hohe Nachfrage nach Netzinfrastruktur verwies.

Nicht alle Stimmen sind jedoch euphorisch. Barclays stufte die Aktie bereits am 7. Juli von „Equal Weight“ auf „Underweight“ ab, hob gleichzeitig aber das Kursziel von 110 auf 130 Euro an. Analyst Vlad Sergievskii warnte dabei vor einem möglichen zyklischen Höhepunkt im Gasturbinengeschäft – eine Einschätzung, die im Kontrast zur aktuellen Auftragsdynamik aus dem Oman steht.

Rückkaufprogramm läuft weiter

Neben den operativen Meldungen setzt Siemens Energy sein Aktienrückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu einer Milliarde Euro fort. Im Zeitraum vom 6. bis zum 12. Juli erwarb der Konzern im Rahmen der zweiten Tranche insgesamt 604.090 eigene Aktien. Der nächste wichtige Termin für Anleger folgt am 5. August, wenn Siemens Energy die Geschäftszahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegt. Angesichts der Fülle an operativen Fortschritten dürfte dieser Zahlentermin zeigen, ob sich die positive Nachrichtenlage der vergangenen Wochen bereits in den Geschäftszahlen niederschlägt.

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