Siemens Energy Aktie: Zahlen
Die Siemens-Energy-Aktie notiert nahe ihrem Jahreshöchst, doch Analysten wie die UBS bleiben skeptisch. Das Management setzt auf politische Präsenz und eine klare Fokussierung bis 2028.

- UBS hält trotz Kursrally an Verkaufsempfehlung fest
- CEO Bruch sucht in Davos politischen Austausch
- Keine kurzfristige Abspaltung der Windkraftsparte
- Aktie technisch überkauft nach starkem Anstieg
Während Siemens Energy operativ den Umbau vorantreibt, prallen an der Börse zwei Welten aufeinander: ein steiler Aufwärtstrend auf der einen Seite, eine hartnäckig skeptische UBS auf der anderen. Gleichzeitig setzt CEO Christian Bruch in Davos politische Akzente und positioniert den Konzern im heiklen transatlantischen Umfeld. Wie stabil ist dieser Mix aus Kursdynamik, Strategie und Gegenwind von Analystenseite?
Politische Bühne in Davos
Am Mittwoch nahm Christian Bruch am Weltwirtschaftsforum in Davos an einem Treffen führender Wirtschaftsvertreter mit US-Präsident Donald Trump teil. Hintergrund sind angedrohte neue US-Zölle, die auch europäische Industrieunternehmen treffen könnten – und damit ein zentrales Marktgebiet von Siemens Energy.
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Dass Bruch den direkten Austausch sucht, wird am Markt als klarer Versuch interpretiert, mögliche Belastungen für das US-Geschäft frühzeitig zu begrenzen. Für einen Energietechnik-Konzern, der in den USA wichtige Kunden und Projekte hat, ist der Zugang zu politischen Entscheidern ein strategischer Faktor.
Strategische Klarheit bei der Konzernstruktur
Für zusätzliche Ruhe sorgt eine klare Aussage zur internen Struktur: Eine schnelle Abspaltung der Windkrafttochter Siemens Gamesa ist vom Tisch. In Davos stellte Bruch unmissverständlich klar, dass eine Trennung derzeit „nicht zur Debatte“ steht.
Der Fokus liegt bis 2028 auf der Sanierung des Windgeschäfts. Diese Zeitschiene schafft Transparenz: Statt kurzfristiger Strukturdeals steht nun der operative Turnaround im Vordergrund. Für Investoren bedeutet das:
- Keine kurzfristige Abspaltung der Windkraftsparte
- Konzentration auf die Restrukturierung bis 2028
- Reduzierte Spekulationen über schnelle Portfolio-Umbauten
Diese strategische Festlegung nimmt Unsicherheit aus der Aktie und unterstützt das Bild eines planvoll agierenden Managements.
UBS bleibt bei „Sell“ – trotz Rally
Trotz der starken Kursentwicklung und der aktiven Rolle des Managements bleibt die UBS bei ihrer skeptischen Haltung. In Studien vom 20. und 21. Januar 2026 bestätigt die Schweizer Großbank ihr „Sell“-Votum für die Siemens Energy Aktie.
Damit steht sie deutlich im Kontrast zur Kursentwicklung: Die Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten um rund 141 % zugelegt. Gestern schloss der Titel bei 133,00 Euro und liegt damit nur gut 6 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 141,84 Euro. Andere Institute wie RBC („Outperform“) oder JP Morgan („Overweight“) sehen die Lage freundlicher und stützen die optimistische Seite des Marktes.
Auffällig ist die enge Spanne zwischen aktuellem Kurs und Analystenkonsens: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwa 131 bis 133 Euro und damit nur knapp unter dem aktuellen Niveau. Die Diskrepanz besteht weniger in der Zahl selbst, sondern in der Bewertung des Risikos – UBS bleibt vorsichtig, während andere Häuser weiteres Potenzial sehen.
Technisches Bild: Überkauft, aber intakter Trend
Charttechnisch präsentiert sich Siemens Energy in einem sauberen Aufwärtstrend. Der Kurs notiert deutlich über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten:
- Schlusskurs gestern: 133,00 Euro
- 50-Tage-Durchschnitt: 122,26 Euro (Abstand rund 8,8 %)
- 200-Tage-Durchschnitt: 101,13 Euro (Abstand über 30 %)
- RSI (14 Tage): 85,4 – klar im überkauften Bereich
Die Rally der vergangenen Monate hat den Titel weit nach oben getragen. Gleichzeitig signalisiert der hohe RSI eine kurzfristig überkaufte Situation. Die starke Abweichung vom 200-Tage-Durchschnitt unterstreicht, wie weit der Kurs seiner mittelfristigen Basis vorausgelaufen ist.
Aus Bewertungssicht ist ebenfalls viel Vorschuss eingepreist: Ein KGV von über 35 für 2026e bedeutet, dass der Markt bereits deutliche Fortschritte beim operativen Umbau erwartet. Die aktuelle Bewertung orientiert sich eher an der Zukunfts-Story als an der Gegenwart.
Fazit: Hohe Erwartungen, wenig Puffer
Siemens Energy verbindet derzeit drei Ebenen: ein Management, das mit klaren Aussagen zur Konzernstruktur und politischer Präsenz in Davos agiert, ein Windgeschäft, das bis 2028 saniert werden soll, und eine Aktie, die nach einer Verdreifachung in zwölf Monaten nahe an ihren Höchstständen notiert.
Kurzfristig ist der Kurs weit gelaufen und technisch überkauft, während das Konsenskursziel praktisch erreicht ist. Entscheidend wird, ob das Unternehmen in den kommenden Quartalen die angedeuteten Fortschritte im Windgeschäft und im US-Markt auch zahlenmäßig untermauern kann – dann hätte die aktuelle Bewertung Rückhalt, andernfalls wäre eine spürbare Konsolidierung ein naheliegendes Szenario.
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