Siemens Energy: Aufsichtsrätin kauft Aktien
Siemens Energy steigert Auftragseingang und Ergebnis deutlich, hebt die Jahresziele an; ein Gremienmitglied investiert 100.260 Euro.

- Laurence Mulliez investiert 100.260 Euro
- Auftragseingang erreicht 17,9 Milliarden Euro
- Ergebnis vor Sondereffekten fast verdreifacht
- Siemens Gamesa schreibt wieder Quartalsgewinn
Ein Mitglied des eigenen Kontrollgremiums setzt auf steigende Kurse: Aufsichtsratsmitglied Laurence Mulliez erwarb am Donnerstag Aktien von Siemens Energy im Wert von 100.260 Euro, ausgeführt zu 151,91 Euro je Anteilsschein. Der Insiderkauf fällt in eine Phase, in der das Unternehmen mit kräftigen Quartalszahlen und einer angehobenen Jahresprognose aufwartet.
Rekordauftragseingang und verdreifachter Gewinn
Siemens Energy hatte Anfang August die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal vorgelegt. Der vergleichbare Umsatz kletterte um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Auffälliger noch: Der Auftragseingang erreichte mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekordwert, die Book-to-Bill-Ratio lag bei 1,57 – auf jeden verdienten Euro kamen also deutlich mehr an neuen Aufträgen herein. Der Auftragsbestand summierte sich auf 162 Milliarden Euro.
Noch deutlicher fiel die Entwicklung beim Gewinn aus. Vor Sondereffekten verdreifachte sich das Ergebnis nahezu auf 1.623 Millionen Euro, verglichen mit 497 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Free Cashflow vor Steuern schoss von 419 Millionen auf 2.319 Millionen Euro nach oben.
Bemerkenswert ist zudem, dass die Windkraftsparte Siemens Gamesa erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 in einem Quartal profitabel arbeitete – ein Turnaround, der lange auf sich warten ließ und dem Konzern zusätzlich Rückenwind gibt.
Auf Basis dieser Entwicklung hob Siemens Energy seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. Das vergleichbare Umsatzwachstum wird nun mit 14 bis 16 Prozent erwartet, zuvor waren es 11 bis 13 Prozent.
Die Gewinnmarge vor Sondereffekten soll zwischen 10 und 12 Prozent liegen, nach zuvor 9 bis 11 Prozent. Das Nettoeinkommen taxiert das Unternehmen auf rund 4 Milliarden Euro, der Free Cashflow vor Steuern auf etwa 8 Milliarden Euro.
Trump-Dekret sorgt kurz für Aufregung
Für zusätzliche Bewegung sorgte am Donnerstag ein Dekret der US-Regierung zur Energietechnik. Laut dpa-AFX reagierte die Aktie zunächst positiv darauf, gab die Gewinne im Verlauf des Handels jedoch wieder ab – ein Muster, das die derzeit hohe Nervosität rund um das Papier unterstreicht.
Kurs unter Druck, langfristig weiter im Plus
Die jüngste Marktbewegung passt ins Bild eines Titels, der zuletzt an Schwung verloren hat. Am Freitag schloss die Aktie bei 149,28 Euro, ein Minus von 0,8 Prozent auf Tagesbasis.
Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 2,7 Prozent zu Buche, und der Kurs notiert damit auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 154,70 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,38 Euro, erreicht im April, trennen das Papier inzwischen 24 Prozent.
Der Blick auf die längere Frist relativiert diese Schwäche allerdings deutlich: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 24 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Kursgewinn von 62 Prozent. Der Insiderkauf des Aufsichtsratsmitglieds fällt damit in eine Phase, in der operative Stärke und kurzfristige Kursschwäche nebeneinander bestehen – ein Signal, das Anleger als Vertrauensbeweis in die fundamentale Entwicklung des Konzerns werten dürften.
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