Siemens Energy: Aufsichtsrat kauft eigene Aktien
Siemens Energy steigert Umsatz und Gewinn im dritten Geschäftsquartal, erhöht die Jahresprognose und bereitet den Markenwechsel zu Omterra vor.

- Aufsichtsratsmitglied erwirbt 660 Siemens-Energy-Aktien
- JPMorgan bestätigt 245-Euro-Kursziel
- Quartalsumsatz steigt auf 11,45 Milliarden Euro
- Markenwechsel zu Omterra startet 2026
Während sich die Aktie von Siemens Energy von ihrem Rekordhoch entfernt hat, mehren sich die Signale, dass Management und Analysten die operative Entwicklung des Konzerns weiterhin positiv einschätzen. Ein Aufsichtsratsmitglied griff jüngst selbst zu, gleich mehrere Bankhäuser justierten ihre Kursziele nach oben angepasster Erwartungen – und der Konzern bereitet zugleich einen tiefgreifenden Markenwechsel vor.
Aufsichtsrat kauft eigene Aktien
Laurence Mulliez, Mitglied des Aufsichtsrats von Siemens Energy, erwarb Ende August 660 Aktien des Unternehmens zu je 151,91 Euro. Die Transaktion wurde als Insidergeschäft bei der BaFin gemeldet. Solche Käufe von Kontrollgremiums-Mitgliedern gelten am Markt häufig als Vertrauenssignal, weil sie mit eigenem Kapital erfolgen und nicht öffentlichkeitswirksam kommuniziert werden müssen.
Der Kauf fiel in eine Phase, in der die Aktie bereits deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro notierte. Aktuell liegt der Kurs bei 144,02 Euro und damit rund 4,9 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 151,37 Euro – ein Hinweis darauf, dass sich der mittelfristige Aufwärtstrend zuletzt abgeflacht hat, auch wenn das Papier binnen zwölf Monaten weiterhin deutlich im Plus notiert.
Analysten justieren Kursziele
JPMorgan bestätigte Anfang September das Rating „Overweight“ mit einem Kursziel von 245 Euro. Analyst Phil Buller ordnete dabei auch die Sorgen rund um mögliche Turbinenaktivitäten von SpaceX ein: Diese Pläne zielten lediglich auf einzelne Komponenten, nicht auf einen Markteintritt als Gasturbinen-Hersteller, zumal dieses Geschäft nur rund zehn Prozent des Konzernumsatzes ausmache.
RBC senkte Ende August sein Kursziel von 210 auf 200 Euro, bestätigte aber das Rating „Outperform“. Die Anpassung wertet der Analyst als Neubewertung der Ergebnisentwicklung, nicht als operative Skepsis.
Auch Jefferies reduzierte sein Kursziel leicht auf 210 Euro, verwies aber ausdrücklich darauf, dass Schwächen im Gasturbinen-Geschäft auf verlängerte Lieferketten zurückzuführen seien und nicht auf eine nachlassende Nachfrage – die fundamentalen Aussichten blieben demnach intakt.
Umbenennung in Omterra nimmt Formen an
Parallel zu den Kurszielanpassungen treibt Siemens Energy einen weitreichenden Markenwechsel voran. Mitte Juli hatte das Unternehmen angekündigt, sich künftig zusammen mit Siemens Gamesa unter der einheitlichen Marke „Omterra“ aufzustellen. Das Rebranding soll im Laufe des Jahres 2026 schrittweise starten.
Für die bisherige Namenslizenz zahlte Siemens Energy nach eigenen Angaben rund 300 Millionen Euro jährlich an die Siemens AG, eine umsatzabhängige Vereinbarung mit Laufzeit bis 2030. Die Siemens AG ist seit der Abspaltung 2020 nicht mehr Muttergesellschaft von Siemens Energy; ihr Anteil ist mittlerweile auf 5,54 Prozent gesunken, größter Einzelaktionär ist der eigenständige Siemens Pension-Trust.
Solides operatives Fundament
Untermauert werden die Analystenanpassungen durch die im August vorgelegten Quartalszahlen. Im dritten Geschäftsquartal, das Ende Juni endete, steigerte Siemens Energy den Umsatz um 17,5 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie kletterte von 0,71 auf 1,28 Euro. Der Auftragseingang erreichte mit 17,7 Milliarden Euro einen Allzeithöchstwert, der Auftragsbestand summierte sich auf 162 Milliarden Euro.
Der Konzern hob daraufhin seine Jahresprognose an: Das vergleichbare Umsatzwachstum soll nun 14 bis 16 Prozent erreichen, zuvor waren 11 bis 13 Prozent avisiert. Die nächsten Geschäftszahlen, für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026, werden für den 11. November erwartet.
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