Siemens Energy: Omterra-Umbau am 25. August entschieden
Siemens Energy übertrifft Erwartungen, treibt aber Umbaupläne voran. Die Windtochter schreibt erstmals wieder Gewinne, während die Abspaltung einer Sparte geprüft wird.

- Ergebnis übertrifft Erwartungen deutlich
- Windkrafttochter erstmals wieder profitabel
- Konzern plant Umbenennung in Omterra
- Aufsichtsrat berät über Spartenabspaltung
Siemens Energy hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 seine eigenen Prognosen deutlich übertroffen – und dennoch dominiert an der Börse eine andere Frage: Wie geht es mit dem Konzern strukturell weiter?
Die Aktie legte am heutigen Mittwoch um 4,14 Prozent auf 165,36 Euro zu, nachdem sie bereits zum Handelsstart kurzzeitig mehr als fünf Prozent gesprungen war. Zum Handelsschluss am Dienstag hatte das Papier noch bei 158,78 Euro notiert.
Ergebnis vor Sondereffekten fast verdreifacht
Das Konzern-Ergebnis vor Sondereffekten kletterte im dritten Quartal auf 1,623 Milliarden Euro, nach einer Prognose von 1,380 Milliarden Euro und einem Vorjahreswert von nur 0,497 Milliarden Euro.
Der Umsatz stieg auf 11,447 Milliarden Euro und lag damit über der erwarteten Marke von 11,221 Milliarden Euro. Die Ergebnis-Marge erreichte 14,2 Prozent, deutlich über der Prognose von 12,3 Prozent und weit über den 5,1 Prozent aus dem Vorjahresquartal.
Haupttreiber war erneut die Windkrafttochter Siemens Gamesa. Der Auftragseingang kletterte auf 9,967 Milliarden Euro, nach einer Erwartung von 8,474 Milliarden Euro.
Erstmals seit 2022 schrieb die Sparte wieder schwarze Zahlen: Der operative Gewinn lag bei 75 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 438 Millionen Euro zu Buche stand. Als Treiber gelten die starke Nachfrage im Windgeschäft sowie zusätzlicher Rückenwind durch den Ausbau von KI-Rechenzentren und Projekte im Nahen Osten.
Umbenennung in Omterra und mögliche Abspaltung
Die eigentliche Nachricht des Tages ist jedoch der angekündigte Umbau: Siemens Energy will sich künftig als Omterra am Markt positionieren. Parallel dazu hat der Aufsichtsrat für den 25. August eine außerordentliche Sitzung einberufen, in der über eine mögliche Abspaltung der Sparte Transformation of Industry beraten werden soll. Reuters hatte die Terminierung bereits am 5. August gemeldet.
Vorstandschef Christian Bruch bestätigte laut Reuters, dass Gespräche über die Zukunft dieser Division laufen. Die Sparte, die Industriekunden mit Elektrifizierungs- und Automatisierungstechnik versorgt, erzielte im dritten Quartal einen Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar bei einer Gewinnmarge von 14,0 Prozent – wirtschaftlich also durchaus solide.
Dass ausgerechnet dieser profitable Bereich zur Disposition steht, erklärt die verhaltene Kursreaktion im weiteren Handelsverlauf: Nach dem anfänglichen Sprung pendelte sich das Plus am Tag der Zahlen deutlich niedriger ein.
Analysten bleiben zuversichtlich
Anfang August hatte JPMorgan Chase das Kursziel für die Aktie auf 245 Euro angehoben und die Einstufung Overweight bestätigt. Am selben Tag bekräftigten auch Jefferies und Bernstein Research ihre positiven Einschätzungen mit den Ratings Buy beziehungsweise Outperform. Wenige Tage später bestätigte die Deutsche Bank ihre Kaufempfehlung.
Mit dem aktuellen Kurs von 165,36 Euro liegt die Aktie zwar 15,36 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das sie erst im April markierte. Zugleich hat sie sich seit dem 52-Wochen-Tief von 83,38 Euro im September vergangenen Jahres nahezu verdoppelt.
Der Titel notiert damit deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 155,17 Euro und auch über dem 200-Tage-Durchschnitt von 148,04 Euro – ein Signal dafür, dass der mittelfristige Aufwärtstrend trotz der Umbau-Unsicherheiten intakt bleibt.
Für Anleger dürfte der 25. August zum entscheidenden Termin werden: Erst wenn der Aufsichtsrat über die Zukunft der Transformation-of-Industry-Sparte entschieden hat, wird klar, in welcher Struktur der Konzern – oder eben Omterra – künftig am Markt auftritt.
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