Siemens Energy: Petrobras bestellt 16 Skids

Siemens Energy setzt Aktienrückkauf fort und erhält Großauftrag von Petrobras für Offshore-Plattformen. Die Aktie legt leicht zu.

Die Kernpunkte:
  • Rückkauf von 694.400 eigenen Aktien
  • Petrobras-Auftrag für 16 Skids
  • Lieferung ab Ende 2027 geplant
  • Aktie steigt um 1,51 Prozent

Siemens Energy meldete gestern gleich zwei operative Nachrichten, die über die reine Kursrally hinausgehen: Der Konzern treibt sein Aktienrückkaufprogramm konsequent voran und sichert sich einen mehrjährigen Ausrüstungsauftrag für zwei Förderplattformen des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras.

Beide Meldungen zeigen, dass sich das Unternehmen nach dem Rekordquartal vom vergangenen Donnerstag nicht auf den Erfolgsmeldungen ausruht, sondern sowohl Kapitalmarkt als auch Auftragsbuch weiter bearbeitet.

Aktienrückkauf nähert sich der Sechs-Millionen-Marke

Laut einer Kapitalmarktmitteilung nach Artikel 5 der EU-Marktmissbrauchsverordnung kaufte Siemens Energy zwischen dem 3. und 9. August insgesamt 694.400 eigene Aktien zurück. Der gewichtete Durchschnittskurs lag bei 151,87 Euro. Der Handel verteilte sich auf Xetra sowie die Handelsplätze Cboe DXE, Aquis und Turquoise. Seit dem Start des Programms am 4. Juni summiert sich das Volumen damit auf 5.994.895 Aktien.

Ein Rückkaufprogramm dieser Größenordnung signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung – zumal die Käufe zu Kursen erfolgten, die deutlich unter dem aktuellen Niveau lagen. Für Anleger bedeutet das kontinuierliche Volumen zugleich eine strukturelle Stütze der Nachfrage, unabhängig von der Nachrichtenlage rund um das jüngste Quartal.

Petrobras bestellt Ausrüstung für zwei Förderplattformen

Parallel dazu baut Siemens Energy sein Offshore-Geschäft in Brasilien aus. Der Konzern liefert 16 sogenannte Skids für zwei schwimmende Produktions-, Lager- und Verladeeinheiten von Petrobras mit den Bezeichnungen SEAP I und SEAP II. Die beiden Plattformen sollen künftig eine Förderkapazität von 240.000 Barrel Öl pro Tag sowie 22 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag erreichen.

Der Zeitplan reicht weit in die kommenden Jahre: Die erste Lieferung ist für Ende 2027 vorgesehen, der Produktionsstart soll 2030 folgen, Gasexporte sind ab 2031 geplant. Nach Unternehmensangaben entstehen durch das Projekt rund 900 Arbeitsplätze.

Für Siemens Energy untermauert der Auftrag die Position im brasilianischen Offshore-Markt und liefert einen weiteren Baustein für den ohnehin schon prall gefüllten Auftragsbestand, der zuletzt bei 162 Milliarden Euro lag.

Kurs bleibt nahe dem 50-Tage-Durchschnitt

An der Börse zeigte sich die Aktie am Montag mit einem Plus von 1,51 Prozent und schloss bei 155,82 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt und hat seit Jahresbeginn bereits 29,42 Prozent zugelegt. Von seinem 52-Wochen-Hoch aus dem April ist der Kurs zwar noch ein gutes Stück entfernt, die Rückkäufe und der neue Großauftrag liefern aber zusätzliche Argumente für die mittelfristige Perspektive des Titels.

Für Investoren ergibt sich damit ein Bild jenseits der reinen Quartalseuphorie: Siemens Energy nutzt die aktuell hohe Bewertung nicht nur für Kapitalrückflüsse an Aktionäre, sondern erweitert gleichzeitig sein internationales Projektgeschäft.

Beide Entwicklungen – der fortlaufende Rückkauf und der Brasilien-Auftrag – deuten darauf hin, dass das Management sowohl die Bilanz als auch das operative Wachstum im Blick behält, während der Konzern seinen Umbau zu getrennten Geschäftsbereichen weiter vorantreibt.

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