Siemens Healthineers: 2,8 Millionen Aktien seit Juni erworben
Siemens Healthineers setzt Aktienrückkauf fort, senkt Umsatzprognose, hebt Gewinnziel an. Abspaltung von Siemens konkretisiert sich.

- Rückkauf von 50.000 eigenen Aktien
- Umsatzprognose für 2026 gesenkt
- Gewinnziel je Aktie angehoben
- Abspaltung von Siemens schreitet voran
Siemens Healthineers treibt sein laufendes Rückkaufprogramm weiter voran. Zwischen dem 10. und 16. August erwarb das Unternehmen 50.000 eigene Aktien. Seit Programmstart am 1. Juni summiert sich das Volumen damit auf 2.824.371 Aktien. Das Programm ist auf bis zu 230 Millionen Euro angelegt und läuft bis zum 29. Januar 2027.
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der die Aktie nach schwachem Jahresverlauf wieder Boden gutmacht. Über die vergangenen 30 Tage legte das Papier um 13 Prozent zu, am Dienstag schloss es bei 39,55 Euro nach einem Tagesplus von 1,8 Prozent.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 12 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 17 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 49,78 Euro, erreicht Ende Oktober, fehlen weiterhin 21 Prozent.
Zahlen zum dritten Quartal fallen gemischt aus
Grundlage für die jüngste Kursbewegung sind auch die Ende Juli vorgelegten Geschäftszahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026. Der Umsatz stieg auf 5,76 Milliarden Euro, ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Gewinn nach Steuern kletterte um 20 Prozent auf 676 Millionen Euro, getrieben vor allem durch Rückerstattungen im Zusammenhang mit US-Zöllen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,70 Euro nach 0,49 Euro im Vorjahresquartal.
Gleichzeitig senkte das Unternehmen seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr: Statt eines vergleichbaren Wachstums von 4,5 bis 5,0 Prozent rechnet der Konzern nun nur noch mit 3,5 bis 4,0 Prozent.
Grund dafür sind Schwächen im Diagnostics-Segment. Die Bandbreite für das bereinigte Ergebnis je Aktie hob Siemens Healthineers dagegen von 2,20 bis 2,30 Euro auf 2,35 bis 2,45 Euro an.
Die Deutsche Bank reagierte am Dienstag mit einer moderaten Anhebung ihres Kursziels von 38,00 auf 39,00 Euro, das Rating blieb bei Hold. Die Analysten bezeichneten das dritte Quartal als „gemischt ausgefallen“ und verwiesen auf die Umsatzverfehlungen im Diagnostics-Geschäft sowie auf Vorsicht wegen der Kostenentwicklung und der Lage im Mittleren Osten.
Abspaltung von Siemens rückt näher
Parallel zu den operativen Themen nimmt die geplante Abspaltung von der Siemens AG konkrete Formen an. Anfang August bestätigte Siemens-Finanzchef Ralf Thomas laut Dow Jones in einer Telefonkonferenz zu den Konzernzahlen, dass die relevanten steuerlichen Fragen mit den Finanzbehörden geklärt seien und der Zeitplan damit eingehalten werden könne.
Nach einem im Frühjahr von Handelsblatt und dpa berichteten Fahrplan sollen die Siemens-Aktionäre auf der ordentlichen Hauptversammlung im Februar 2027 über eine Direktabspaltung von 30 Prozent der Healthineers-Anteile abstimmen. Siemens würde seinen Anteil von derzeit 67 Prozent auf unter 40 Prozent reduzieren und Healthineers so zu einer reinen Finanzbeteiligung machen.
Für Anleger verknüpft sich damit die kurzfristige operative Entwicklung mit einer strukturellen Weichenstellung: Der Rückkauf signalisiert Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung, während die Klärung der Steuerfragen den Weg für die Verselbstständigung frei macht.
Die technische Erholung der vergangenen Wochen – der Titel notiert inzwischen wieder rund 1,1 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt – bewegt sich damit im Spannungsfeld zwischen gesenkter Wachstumsprognose und langfristiger Strukturperspektive.
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