Siemens Healthineers Aktie: 15 Prozent Plus in 30 Tagen

Trotz reduzierter Umsatzprognose treibt Siemens Healthineers das Aktienrückkaufprogramm voran. Die Aktie erholt sich, während Analysten unterschiedliche Kursziele ausgeben.

Die Kernpunkte:
  • Weitere 50.000 Aktien zurückgekauft
  • Umsatzprognose für 2026 gesenkt
  • Aktie erholt sich trotz Prognose
  • Analysten uneins über Kursentwicklung

Siemens Healthineers treibt sein Aktienrückkaufprogramm unbeirrt voran, während die gesenkte Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr weiter nachwirkt. Der Medizintechnikkonzern meldete am Montag den Erwerb von weiteren 50.000 eigenen Aktien im Zeitraum vom 10. bis 16. August. Damit summiert sich das Rückkaufvolumen seit dem Start am 1. Juni auf 2.824.371 Aktien.

Die Kontinuität des Programms steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zu den operativen Nachrichten der vergangenen Wochen. Mitte August hatte Siemens Healthineers die Umsatzwachstumsprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf 3,5 bis 4 Prozent gesenkt.

Reuters berichtete, dass Schwächen im Diagnostikgeschäft ausschlaggebend waren – konkret nannte die Nachrichtenagentur die chinesische Beschaffungspolitik sowie die laufende Migration auf eine neue Laborplattform als Belastungsfaktoren.

Kurs erholt sich trotz gesenkter Prognose

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt dennoch robust. Am Mittwoch schloss das Papier bei 40,14 Euro, nach einem Tagesplus von 2,0 Prozent. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Kursgewinn von 15 Prozent zu Buche, damit hat sich die Aktie spürbar von ihrem 52-Wochen-Tief bei 32,84 Euro gelöst, das erst im Mai markiert wurde.

Seit Jahresbeginn liegt der Titel dennoch mit 11 Prozent im Minus, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückstand 17 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 49,78 Euro aus dem vergangenen Oktober bleibt weiterhin eine Lücke von rund 19 Prozent.

Die jüngste Erholung fällt in eine Phase, in der auch die Abspaltung von Siemens Healthineers durch die Konzernmutter Siemens greifbarer wird. Anfang August berichtete Reuters, Siemens habe mit den deutschen Steuerbehörden eine steuerfreie Ausgestaltung der geplanten Verteilung der Healthineers-Aktien an die Siemens-Aktionäre vereinbart. Diese Klärung nahm dem Spin-off-Prozess eine wesentliche Unsicherheit und dürfte auch zur zuletzt festeren Kursentwicklung beigetragen haben.

Analysten uneins über die Bewertung

Die Reaktionen der Analysten auf die gesenkte Prognose fielen unterschiedlich aus. JPMorgan stufte die Aktie Anfang August auf „Overweight“ und hob das Kursziel auf 57,40 Euro an – die mit Abstand optimistischste Einschätzung im Vergleich zum aktuellen Kursniveau. Die Deutsche Bank zeigte sich am Dienstag zurückhaltender: Das Kursziel wurde zwar von 38 auf 39 Euro angehoben, die Einstufung blieb aber bei „Hold“.

Die Spanne der Kursziele spiegelt die Unsicherheit über die weitere Entwicklung des Diagnostikgeschäfts wider. Während JPMorgan offenbar von einer schnellen Stabilisierung ausgeht, sieht die Deutsche Bank die operativen Herausforderungen noch nicht vollständig ausgeräumt.

Für Anleger bleibt damit die Kernfrage, ob die laufenden Aktienrückkäufe und der fortschreitende Spin-off-Prozess die kurzfristigen Belastungen aus dem Diagnostikgeschäft überkompensieren können.

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