Siemens Healthineers Aktie: 18 Millionen US-Dollar Zollrückerstattung

Siemens Healthineers senkt Umsatzziele wegen China-Flaute, hebt aber dank US-Zollrückerstattungen die Gewinnprognose an.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzprognose wegen China-Schwäche gesenkt
  • US-Zollrückerstattungen heben Gewinnprognose
  • Imaging-Segment zeigt stabile operative Stärke
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn deutlich

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 angepasst. Während das Unternehmen bei den Umsatzerwartungen vorsichtiger wird, profitiert die Ergebnisseite von einmaligen Sondereffekten in den USA. Eine schwächelnde Nachfrage in China sowie Verzögerungen im Diagnostik-Bereich prägen das aktuelle Geschäftsumfeld.

China-Geschäft belastet Labordiagnostik

Die wesentliche Ursache für die Senkung der Umsatzprognose liegt im Segment Labordiagnostik. Hier spürt das Unternehmen eine deutliche Zurückhaltung auf dem chinesischen Markt, der für etwa zehn Prozent des gesamten Konzernumsatzes verantwortlich ist. Neben der regionalen Schwäche belastet auch das planmäßige Auslaufen älterer Produktplattformen die Bilanz dieses Bereichs. In der Folge reduzierte die Konzernführung das erwartete vergleichbare Umsatzwachstum für das Gesamtjahr auf eine Spanne von 3,5 bis 4,0 Prozent. Zuvor war Siemens Healthineers noch von einem Zuwachs zwischen 4,5 und 5,0 Prozent ausgegangen.

Die Schwierigkeiten im Fernost-Handel stehen dabei im Kontext einer breiteren industriellen Herausforderung. Laut Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), sieht sich die deutsche Wirtschaft derzeit mit einem „China-Schock 2.0“ konfrontiert. Rohstoffabhängigkeiten und Marktabschottungen in der Volksrepublik erschweren demnach den Wettbewerb für europäische Unternehmen massiv, da Überkapazitäten den Markt beeinflussen.

Imaging-Sparte und Zollrückerstattungen als Stützen

Trotz der Dämpfer im Laborgeschäft zeigt der Kernbereich Imaging eine stabile operative Verfassung. Das Segment für bildgebende Verfahren verzeichnete zuletzt ein vergleichbares Umsatzplus von 2,3 Prozent. Besonders gefragt waren Magnetresonanztomographen (MRT), deren Verkaufszahlen um 15 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. Innovative Technologien wie Photon-Counting-CTs machen zudem bereits knapp 30 Prozent der entsprechenden Bestellungen aus.

Auf der Ergebnisseite sorgt eine Entwicklung in den USA für Entlastung. Siemens Healthineers erhielt Rückerstattungen für zuvor gezahlte Importzölle in Höhe von etwa 18 Millionen US-Dollar. Dieser Einmaleffekt führt dazu, dass die Prognose für das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Amortisationen (EBITA) auf plus 4,7 Prozent angehoben wurde, nachdem zuvor 3,9 Prozent geplant waren. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erhöht sich durch diese Rückzahlungen um schätzungsweise 0,15 Euro.

Marktreaktion und Auftragslage

Anleger reagierten verhalten auf die neuen Zielsetzungen. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 37,20 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit 17,19 Prozent an Wert verloren. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch, das im Oktober des vergangenen Jahres markiert wurde, beträgt aktuell 25,27 Prozent.

Analysten weisen darauf hin, dass die Senkung der Umsatzziele zwar enttäuscht, die operative Stärke im Imaging-Bereich und der solide freie Cashflow von prognostizierten 1,2 Milliarden US-Dollar jedoch eine gewisse Absicherung bieten. Dennoch bleiben die wirtschaftliche Entwicklung in China und potenzielle neue Handelsbarrieren die zentralen Risikofaktoren. Das Buch-zu-Bill-Verhältnis, ein wichtiger Indikator für künftiges Wachstum, lag zuletzt bei einem Wert von 1,27, was auf eine insgesamt weiterhin robuste Auftragslage hindeutet.

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