Siemens Healthineers Aktie: 23,38% Minus seit Januar
Siemens Healthineers leidet unter schwachem China-Geschäft. Analysten sehen in einer Trennung der Diagnostiksparte den Schlüssel zur Kurserholung.

- Kursverlust von über 23 Prozent seit Jahresstart
- Diagnostik-Sparte belastet durch China-Einbruch
- Starke Bildgebung und Krebstherapie als Gegengewicht
- Geplante Abspaltung der Healthineers-Anteile durch Siemens
Die Siemens Healthineers Aktie erlebt ein katastrophales Jahr. Ein Verlust von 23,38 Prozent seit Jahresanfang spricht Bände. Am Freitag schloss das Papier bei 34,05 Euro. Das 52-Wochen-Tief von 32,84 Euro rückt bedrohlich nahe. Für mich ist klar: Der Medizintechnikkonzern steckt in einer handfesten Krise. Die Diskrepanz zwischen starken Kernbereichen und einem schwächelnden Sorgenkind zerreißt die Bewertung.
Das China-Problem
Der Hauptschuldige für die Misere ist schnell ausgemacht. Das Diagnostikgeschäft belastet die Bilanz massiv. Besonders der chinesische Markt bricht weg. Dort drückt die Regierung die Preise über neue Einkaufsrichtlinien drastisch nach unten. Die Folge: Im zweiten Quartal fiel der Umsatz hier um 6,5 Prozent. Die Marge schrumpfte auf magere 0,9 Prozent. Aus meiner Sicht rechtfertigt das die jüngste Prognosesenkung vollauf. Das Management kappte das erwartete Umsatzwachstum für das laufende Jahr auf maximal fünf Prozent.
Politische Risiken wachsen
Politische Gegenwinde verschärfen die Lage. Die Bundesregierung will zwei Milliarden Euro bei Krankenhäusern streichen. Das trifft die Kernkundschaft von Siemens Healthineers direkt. Kliniken streichen teure Investitionen in Medizintechnik meist als Erstes. Parallel dazu drohen in den USA neue Strafzölle auf deutsche Importe. Die US-Regierung prüft derzeit die Preisgestaltung. Da Amerika der wichtigste Einzelmarkt ist, birgt das ein enormes Risiko.
Starke Kerngeschäfte als Fundament
Trotz dieser Rückschläge schreibe ich die Aktie nicht ab. Die Sparten für medizinische Bildgebung und Präzisionstherapie glänzen weiterhin. Das Imaging-Segment lieferte im Frühjahr ein starkes Umsatzwachstum von 6,1 Prozent. Auch die Krebstherapie-Tochter Varian arbeitet hochprofitabel. Diese Bereiche dominieren den Weltmarkt technologisch. Sie profitieren langfristig von der globalen Modernisierung der Gesundheitssysteme. Hier liegt der wahre Wert des Unternehmens.
Die Abspaltung muss kommen
Das Management muss jetzt zwingend handeln. Ein Verkauf oder eine Abspaltung der Diagnostiksparte ist überfällig. Medienberichte über erste Gespräche halte ich für ein extrem wichtiges Signal. Ohne diesen Bremsklotz bewertet der Markt das profitable Kerngeschäft völlig neu. Die Muttergesellschaft Siemens AG plant indes einen großen Schritt. Im Februar 2027 stimmen die Aktionäre über eine direkte Abspaltung der Healthineers-Anteile ab. Das erhöht den Streubesitz massiv. Die Aktie wird dadurch für institutionelle Investoren deutlich attraktiver.
Charttechnik und Fazit
Charttechnisch bleibt das Bild düster. Der Kurs notiert 17,69 Prozent unter der 200-Tage-Linie von 41,37 Euro. Das ist ein klares Verkaufssignal. Eine schnelle Erholung erwarte ich nicht. Die Marke von 32,84 Euro dient in den kommenden Tagen als letzte Bastion. Hält diese Unterstützung nicht, droht ein weiterer Absturz. Mein Fazit: Nur eine klare Trennung vom Diagnostikgeschäft rettet den Kurs. Das Management muss bei den nächsten Zahlen konkrete Fakten auf den Tisch legen.
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