Siemens Healthineers Aktie: 34,25 Euro weit unter 200er-Linie

CEO-Roadshow und Aktienrückkauf stützen den Kurs nur begrenzt. Belastungen durch US-Zölle und China-Geschäft drücken die Aktie nahe ans Jahrestief.

Die Kernpunkte:
  • Kurs nahe 52-Wochen-Tief
  • CEO wirbt auf internationaler Roadshow
  • US-Zölle und Währungseffekte belasten
  • Mutterkonzern plant Anteilsabspaltung

Rund 23 Prozent im Minus seit Jahresbeginn, CEO auf Roadshow, Aktienrückkauf läuft — und trotzdem bleibt die Aktie unter Druck. Bei Siemens Healthineers klaffen Managementaktivität und Kursentwicklung weit auseinander.

CEO in Berlin, Management auf Weltreise

Vorstandschef Bernd Montag nimmt heute am „Tag der Industrie“ in Berlin teil. Das ist kein Zufall. Das Unternehmen wirbt intensiv um Investorenvertrauen — parallel läuft eine internationale Roadshow. Nach Terminen in London und Chicago stehen Gespräche in Dublin und Edinburgh an. Das Ziel: die Langfriststrategie „Elevating Health Globally“ erklären und die stabileren Margen in den Bereichen Bildgebung und Krebstherapie hervorheben.

Das Diagnostikgeschäft bleibt das schwache Glied. Strukturelle Marktveränderungen und Preisreformen in China belasten die Sparte. Staatliche Antikorruptionskampagnen und zentrale Beschaffungsregeln drücken die Nachfrage — und damit die Konzernmarge.

Zwei Milliarden-Risiken im laufenden Jahr

Die finanziellen Belastungen für 2026 sind konkret. US-Zölle könnten das bereinigte operative Ergebnis mit rund 400 Millionen Euro belasten. Negative Währungseffekte kommen mit bis zu 250 Millionen Euro obendrauf.

Der Kurs spiegelt diese Unsicherheit. Mit 34,25 Euro notiert die Aktie nur knapp vier Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 32,84 Euro. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 41,31 Euro — der aktuelle Kurs ist also weit davon entfernt.

Abspaltung und Rückkauf als Kursstützen

Mittelfristig könnte die Siemens AG für Bewegung sorgen. Berichten zufolge plant der Mutterkonzern für das erste Quartal 2027 eine Aktionärsabstimmung über die Abspaltung der verbliebenen Healthineers-Anteile. Das würde den Streubesitz massiv erhöhen — und das Papier für institutionelle Investoren mit Blick auf eigenständige Governance attraktiver machen.

Kurzfristig stützt das laufende Rückkaufprogramm den Kurs. Bis Anfang 2027 kauft das Unternehmen eigene Aktien für bis zu 230 Millionen Euro zurück. Allein in der zweiten Juniwoche erwarb es rund 453.000 Stück über die Börse.

Ob das reicht, hängt vor allem am China-Geschäft. Stabilisiert sich die Nachfrage dort im zweiten Halbjahr, verbessert sich die Ausgangslage für das Gesamtjahr spürbar. Bleibt der Druck bestehen, dürften auch Roadshow und Rückkauf wenig ausrichten.

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