Siemens Healthineers Aktie: 49,86-Euro-Hoch rückt in Ferne

Siemens Healthineers kämpft mit schwachem China-Geschäft und plant radikalen Umbau der Diagnostik-Sparte.

Die Kernpunkte:
  • Aktie erholt sich leicht von Tiefstkursen
  • China-Geschäft belastet die Margen
  • Management plant Ausgliederung der Diagnostik
  • Aktienrückkaufprogramm soll Vertrauen stärken

Starke Technik, schwache Kurse – bei Siemens Healthineers klafft eine Lücke zwischen Anspruch und Realität. Das laufende Jahr war für Investoren bisher eine herbe Enttäuschung. Nun versucht die Aktie bei 34,60 Euro eine erste Stabilisierung.

Die Last des China-Geschäfts

Die Gründe für den massiven Absturz liegen vor allem in Fernost. Siemens Healthineers musste im Mai die Prognosen senken. In China belastet ein struktureller Wandel in der Labordiagnostik die Margen. Der Markt reagiert skeptisch auf diese Entwicklung.

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Seit Jahresbeginn verlor das Papier 22,14 Prozent an Wert. Auf Sicht von zwölf Monaten steht sogar ein Minus von fast 26 Prozent. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 49,86 Euro verdeutlicht das Ausmaß der Krise. Für mich zeigt dies, dass das Vertrauen in die kurzfristige Erholung des China-Geschäfts derzeit fehlt.

Umbau als Strategie

Das Management reagiert nun mit einem radikalen Umbau. Die Diagnostik-Sparte soll ausgegliedert werden. Dieser Schritt verspricht dem Segment mehr operative Freiheit. Parallel dazu sollen die robusten Bereiche Bildgebung und Präzisionstherapie das Ergebnis stützen.

Reicht der geplante Umbau aus, um die strukturelle Schwäche in der Labordiagnostik dauerhaft zu kompensieren? Das Management muss beweisen, dass die Profitabilität auch ohne den gewohnten Rückenwind aus China steigen kann.

Um den Verkaufsdruck zu bremsen, startete der Konzern im Juni ein Aktienrückkaufprogramm. Die Führung hält den aktuellen Kurs für unterbewertet. Bei Investorenkonferenzen in Miami und Chicago wirbt der Vorstand derzeit offensiv um neues Vertrauen. Dazu kommen die stabilen Erträge aus dem Imaging-Bereich, die den Kern des Konzerns bilden.

Charttechnik zwischen Hoffen und Bangen

Charttechnisch zeigt sich ein vorsichtiger Hoffnungsschimmer. Die Aktie konnte sich um gut fünf Prozent von ihrem Tief bei 32,84 Euro lösen. Die kurzfristige Dynamik der letzten 30 Tage ist mit einem Plus von 3,19 Prozent positiv.

Trotzdem bleibt die Lage angespannt. Der Kurs notiert weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 41,88 Euro. Die Volatilität liegt mit annualisierten 30,22 Prozent auf einem hohen Niveau. Solange der langfristige Trendindikator nicht zurückerobert wird, bleibt das Papier in einem Abwärtsmodus gefangen.

Unterm Strich bleibt Siemens Healthineers vorerst ein Sanierungsfall im Depot. Die fundamentale Stärke der Bildgebung muss die Schwäche in China erst einmal dauerhaft ausgleichen. Mein Urteil: Eine echte Trendwende erfordert den nachhaltigen Sprung über die gleitenden Durchschnitte.

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