Siemens Healthineers Aktie: Das Sorgenkind wird ausgegliedert
Der Konzern erfüllte seine Jahresziele; für das neue Geschäftsjahr stellt das Management geringere bereinigte Gewinne je Aktie in Aussicht.

- Olyrian soll bis 2028 eigenständig werden
- Siemens-Abspaltung ist für nächstes Jahr geplant
- Jahreswachstum erreicht vergleichbar 4,0 Prozent
- Gewinnprognose liegt bei 2,20 bis 2,40 Euro
Siemens Healthineers macht ernst mit dem Umbau. Der Medizintechnikkonzern leitet die Trennung vom schwächelnden Labordiagnostik-Geschäft ein und tritt künftig unter neuem Namen auf. Parallel legte das Unternehmen Jahreszahlen vor, die den eigenen Zielen entsprechen, aber einen vorsichtigen Ausblick enthalten.
Diagnostik wird zu Olyrian
Die grundsätzliche Entscheidung über die Ausgliederung ist gefallen. Die Sparte soll unter dem Namen Olyrian Diagnostics bis Mitte 2028 komplett verselbstständigt werden. Während des Übergangs bleibt sie Teil von Healthineers. Vorstandschef Bernd Montag sprach von einer Schärfung des Portfolios und einer Stärkung des Kerns.
Der Bereich gilt seit Längerem als Sorgenkind. Das China-Geschäft bleibt schwierig, zudem belastet das schrittweise Auslaufen älterer Analysesysteme. Synergien zu den übrigen Geschäftsbereichen gibt es kaum.
Auch beim Namen ändert sich etwas. Bei der geplanten Abspaltung vom Mutterkonzern Siemens im kommenden Jahr verzichtet das Unternehmen auf den Siemens-Namen und firmiert nur noch als Healthineers. Der Name beschreibe, wer man sei, so Montag: Ingenieure und Pioniere im Gesundheitswesen.
Zahlen: Ziele erreicht, Marge unter Druck
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wuchs der Konzern vergleichbar um 4,0 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,42 Euro. Das erfüllt die Firmenziele und liegt leicht über den Markterwartungen. Die Dividende soll konstant bei 1,00 Euro je Aktie bleiben.
Im vierten Quartal zeigte sich ein gemischtes Bild. Das vergleichbare Wachstum betrug 5,9 Prozent, die Marge auf das bereinigte EBIT sank jedoch um 1,5 Punkte auf 15,9 Prozent.
Belastet wurde sie durch Währungseffekte, Rückstellungen für rechtliche und produktbezogene Risiken im Segment Imaging sowie außergewöhnliche Kostensteigerungen in allen Segmenten. Positiv wirkten das Umsatzwachstum sowie Sondereffekte aus Pensionsplänen und Zollrückerstattungen.
Ausblick liegt unter dem Vorjahr
Für das neue Geschäftsjahr erwartet das Management ein vergleichbares Wachstum von 4,0 bis 5,0 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll aber nur zwischen 2,20 und 2,40 Euro liegen und damit nicht über dem Wert des abgelaufenen Jahres. Wachstum bei sinkendem Gewinn: Das erklärt, warum der Ausblick bei Marktbeobachtern kritisch gesehen werden dürfte.
Die nächsten konkreten Meilensteine sind die Abspaltung von Siemens im kommenden Jahr und die vollständige Verselbstständigung von Olyrian Diagnostics bis Mitte 2028.
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