Siemens Healthineers Aktie: Hauptversammlung 2027 entscheidet

Siemens Healthineers trennt sich von seiner Diagnostik-Sparte und bereitet die Abspaltung vom Mutterkonzern vor. Die Aktie notiert schwach.

Die Kernpunkte:
  • Diagnostics-Segment wird abgespalten
  • Siemens reduziert Anteil an Healthineers
  • Aktienrückkaufprogramm läuft bis 2027
  • Kerngeschäft zeigt solides Wachstum

Siemens Healthineers löst gleich zwei strukturelle Knoten auf einmal. Der Konzern trennt sein Diagnostics-Geschäft ab — und bereitet parallel die vollständige Loslösung vom Mutterkonzern Siemens AG vor. Die Aktie notiert mit rund 21 Prozent Minus seit Jahresbeginn bei 35,14 Euro.

Diagnostics: Carve-out nach China-Einbruch

Das Diagnostics-Segment hat Healthineers in eine schwierige Lage gebracht. Der Umsatz brach im zweiten Quartal um 12 Prozent auf 985 Millionen Euro ein. Haupttreiber: ein struktureller Abschwung im chinesischen Markt, höhere Zölle und laufende Transformationskosten.

CEO Bernhard Montag nannte das Quartal einen „perfekten Sturm“ für das Segment. Die Gesamtjahresprognose senkte der Konzern auf ein vergleichbares Umsatzwachstum von 4,5 bis 5 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll zwischen 2,20 und 2,30 Euro landen.

CFO Jochen Schmitz übernimmt die Federführung beim Carve-out. Das Ziel: dem Diagnostics-Bereich maximale strategische Flexibilität verschaffen — sprich, den Weg für einen Verkauf oder eine eigenständige Börsennotiz freimachen.

Abspaltung von Siemens: Hauptversammlung 2027 entscheidet

Der zweite Umbauschritt ist noch größer. Siemens plant, rund 30 Prozent der Healthineers-Aktien direkt an seine eigenen Aktionäre zu übertragen. Das läuft nach dem deutschen Umwandlungsgesetz. Mittelfristig will Siemens seinen Anteil von gut 67 Prozent auf unter 20 Prozent drücken. Die verbleibende Beteiligung würde dann nur noch als Finanzanlage geführt.

Die Aktionäre beider Unternehmen sollen Anfang 2027 auf ihren jeweiligen Hauptversammlungen abstimmen. Das Bankenkonsortium für die Schuldenrefinanzierung steht bereits. Schmitz erwartet, dass der Zinsaufwand im kommunizierten Rahmen von 380 bis 420 Millionen Euro bleibt.

Kerngeschäft hält dagegen

Abseits von Diagnostics läuft das Geschäft solide. Imaging wuchs im zweiten Quartal um 6,1 Prozent, Precision Therapy um 4,7 Prozent. Das vergleichbare Gesamtwachstum lag bei 3,1 Prozent — trotz des Diagnostics-Einbruchs von 6,5 Prozent.

Begleitend kauft Healthineers eigene Aktien zurück. Allein in der Woche vom 8. bis 14. Juni erwarb der Konzern knapp 453.000 Aktien über Xetra. Das Gesamtprogramm ist auf 230 Millionen Euro begrenzt und läuft spätestens bis Januar 2027.

Die Aktie liegt rund 15 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt — ein Niveau, das zeigt, wie tief das Vertrauen in den Umbau noch erschüttert ist. Ob die Doppelstrategie greift, wird sich spätestens zeigen, wenn die Hauptversammlungen im Frühjahr 2027 über den Spin-off abstimmen.

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