Siemens Healthineers Aktie: Prognose auf 3,5 bis 4,0 Prozent gesenkt

Siemens Healthineers senkt wegen schwacher China-Nachfrage die Jahresprognose. Die geplante Anteilsreduktion der Siemens AG schreitet voran.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzplus, aber Prognose gesenkt
  • China-Flaute belastet Diagnostikgeschäft
  • Siemens-Anteil soll unter 40 Prozent
  • Analysten mit gemischten Kurszielen

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers steht vor einem tiefgreifenden Umbau, während das operative Geschäft derzeit von einer ausgeprägten Marktschwäche in Fernost gebremst wird. Trotz solider Zuwächse beim Gewinn im abgelaufenen Quartal sah sich die Unternehmensführung gezwungen, die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr anzupassen. Parallel dazu nehmen die Pläne für eine stärkere Unabhängigkeit von der Konzernmutter Siemens AG konkrete Formen an.

Schwache Nachfrage in China belastet Ausblick

Am vergangenen Dienstag präsentierte Siemens Healthineers die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26. Der Umsatz stieg um 2,8 Prozent auf 5,76 Milliarden Euro, während der Gewinn nach Steuern deutlich um 20 Prozent auf 676 Millionen Euro kletterte. Diese positive Gewinnentwicklung wurde unter anderem durch Rückerstattungen von US-Zöllen begünstigt. Dennoch trübte sich die Stimmung am Donnerstag ein, als das Unternehmen seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr nach unten korrigierte.

Das erwartete Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis wurde von zuvor 4,5 bis 5,0 Prozent auf nun 3,5 bis 4,0 Prozent gesenkt. Als Hauptursache gilt die anhaltende Flaute im Diagnostik-Sektor auf dem chinesischen Markt. Die dortige Zurückhaltung bei Investitionen und staatliche Ausschreibungsverzögerungen belasten die Sparte stärker als ursprünglich angenommen. Medienberichten zufolge spiegeln diese Korrekturen die schwierigen Rahmenbedingungen wider, denen sich westliche Medizintechnikhersteller derzeit in der Region gegenübersehen.

Strategischer Umbau und Ende der Siemens-Dominanz

Während das operative Geschäft mit Gegenwind kämpft, wurden am Donnerstag wichtige Weichen für die Zukunft des Unternehmens gestellt. Die steuerliche Klärung für die geplante Direktabspaltung von Anteilen durch die Siemens AG ist abgeschlossen. Ziel ist es, den Anteil der Muttergesellschaft von derzeit 67 Prozent auf unter 40 Prozent zu senken, wodurch Siemens Healthineers künftig eher als Finanzbeteiligung denn als voll konsolidierter Tochterkonzern geführt würde. Die entsprechende Abstimmung der Aktionäre ist für Februar 2027 geplant.

Gleichzeitig wird die personelle Verflechtung beider Unternehmen reduziert. Konzernchef Roland Busch kündigte an, die Anzahl der Siemens-Vorstandsmitglieder im Aufsichtsrat von Healthineers von drei auf nur noch ein Mandat zu verringern. In diesem Zuge werden sowohl Busch selbst als auch Finanzvorständin Veronika Bienert ihre Mandate zum Februar 2027 niederlegen. Dieser Schritt unterstreicht das Bestreben, die Eigenständigkeit der Medizintechniktochter voranzutreiben und die Governance-Strukturen zu modernisieren.

Analysten bewerten die Kursziele neu

Die jüngsten Entwicklungen lösten bei den Analysehäusern unterschiedliche Reaktionen aus. Die Experten von JPMorgan hoben am Montag das Kursziel für die Aktie von 54,30 Euro auf 57,40 Euro an und bestätigten die Einstufung auf „Overweight“. Zur Begründung hießen die Analysten gestiegene Sektor-Multiplikatoren willkommen, welche die leicht gesenkten Schätzungen für das Unternehmen überlagern.

Bernstein Research hingegen reagierte am selben Tag skeptischer auf die Probleme im Diagnostikgeschäft. Die Analysten senkten ihr Kursziel geringfügig von 45,70 Euro auf 44,50 Euro, halten jedoch an ihrer „Outperform“-Empfehlung fest. Gestern ging die Aktie am deutschen Markt mit einem Stand von 39,46 Euro aus dem Handel. Trotz der aktuellen Herausforderungen verzeichnete der Titel in den vergangenen 30 Tagen ein Plus von 14,68 Prozent, liegt jedoch seit Jahresbeginn noch mit 12,15 Prozent im Minus.

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