Siemens Healthineers: Diagnostik-Sparte für sechs Milliarden zum Verkauf

Siemens Healthineers erwägt Verkauf der Diagnostik-Sparte für sechs Milliarden Euro. Zölle und Währungen belasten das laufende Geschäft.

Die Kernpunkte:
  • Verkauf der Diagnostik-Einheit geplant
  • US-Zölle belasten EBIT mit 400 Millionen
  • Spin-off von Siemens erst 2027
  • Analysten sehen Kurspotenzial von 50 Prozent

Siemens Healthineers kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig. Der Kurs ist seit Jahresbeginn um gut 21 Prozent gefallen — und hinter den Kulissen prüft das Management einen radikalen Schritt.

Diagnostik-Sparte soll weg

Das Unternehmen erwägt, die Diagnostik-Einheit an Private-Equity-Investoren zu verkaufen. Der mögliche Erlös: rund sechs Milliarden Euro. Die Sparte gilt seit Längerem als Bremse. Im ersten Quartal sanken ihre Umsätze um rund drei Prozent, vor allem wegen schwacher Nachfrage aus China.

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Ein Verkauf hätte eine doppelte Wirkung. Er würde die margenschwächste Einheit abstoßen und helfen, einen Schuldenberg von rund 14 Milliarden Euro zu reduzieren. Das Imaging-Segment und die Krebstherapiesparte Varian wären nicht betroffen. Eine finale Entscheidung steht allerdings noch aus — das Management könnte die Sparte auch weiterhin selbst führen.

Zölle, Währungen, Krankenhausreform

Das Umfeld macht die Lage nicht einfacher. Neue US-Zölle dürften den bereinigten EBIT im laufenden Jahr um rund 400 Millionen Euro belasten. Ungünstige Wechselkurse könnten weitere 200 bis 250 Millionen Euro kosten.

Hinzu kommt die geplante GKV-Reform in Deutschland. Einsparungen von 20 Milliarden Euro bis 2027 sollen zu über 40 Prozent den Krankenhaussektor treffen. Das dämpft die Investitionsbereitschaft für neue Medizintechnik spürbar. Kein Wunder, dass der RSI mit 28,6 tief im überverkauften Bereich liegt.

Spin-off erst im Februar 2027

Parallel läuft die Trennung vom Mutterkonzern — allerdings langsamer als erhofft. Siemens plant, auf der ordentlichen Hauptversammlung im Februar 2027 über die Abspaltung abstimmen zu lassen. Dabei sollen Siemens-Aktionäre direkt Anteile an Healthineers erhalten. Siemens will 30 Prozent seiner Beteiligung übertragen und damit die Mehrheit abgeben.

Viele Investoren hatten auf ein außerordentliches Aktionärstreffen noch im ersten Halbjahr 2026 gehofft. Diese Erwartung erfüllt sich nicht. Das Management schiebt die finale Entscheidung damit um fast ein Jahr nach hinten.

Analysten sehen mehr als 50 Prozent Potenzial

Trotz der Kursverluste bleibt die Analystengemeinschaft optimistisch. Das Konsens-Kursziel liegt bei rund 54 Euro — mehr als 50 Prozent über dem aktuellen Niveau von 35,05 Euro. Die Logik: Ein vollständig unabhängiges Unternehmen mit breiterem Streubesitz zieht eine größere Investorenbasis an.

Am 7. Mai legt Siemens Healthineers die Zahlen für das zweite Quartal vor. Das Management hält an einer Umsatzwachstumsguidance von fünf bis sechs Prozent für das Gesamtjahr fest. Angesichts von Zolldruck, Währungsgegenwind und schwacher China-Nachfrage wirkt dieses Ziel zunehmend ambitioniert — und der Markt wird genau hinhören, ob das Management auch offiziell zu den Gesprächen über den Diagnostik-Verkauf Stellung nimmt.

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