Siemens muss Gas geben – Geht der Aktie die Luft aus?

Siemens als größter Industriekonzern Deutschlands ist seit mehreren Jahren mit der Umstrukturierung des gesamten Konzerns beschäftigt. Ein Sparprogramm jagt das nächste und es drängt sich einem der Eindruck auf, dass hier das Ende noch nicht in Reichweite ist.

 

© Siemens AG
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Demzufolge entsteht teils der Eindruck, dass bei Siemens kaum noch ein Stein auf dem anderen steht, nachdem das Unternehmen vollkommen umgekrempelt wurde und wird. Noch so mancher Arbeiter wird um seinen Job bangen müssen, nachdem bereits innerhalb von zwei Jahren mehr als 13.000 Arbeitsplätze den Bach runtergingen.

 

Stellenabbau bei Siemens geht weiter

Im Mai hatte der Konzern angekündigt, aufgrund der Schwäche im Öl- und Gasgeschäft weitere 4.500 Arbeitsplätze zu streichen. Davon fallen 2.200 Stellen innerhalb Deutschlands weg.

Betroffen sein könnte auch das Schaltwerk in Berlin. Hier scheint sich die Konzernführung jedoch noch nicht ganz einig, so wäre es auch möglich, dass in diesen Standort investiert wird.

Nun wurde bekannt, dass ein Konzernmanager durchsickern ließ, dass dieser Stellenabbau zügig stattfinden soll, sodass die Verhandlungen hierzu bis zum Ende des Sommers abgeschlossen werden können.

 

Alstom steht weiter im Visier von Siemens

Das Geschäft bei Siemens war in den letzten Jahren von Unruhe geprägt. Da gab es auf der einen Seite Übernahmen, aber im Gegenzug auch Verkäufe und eben einen Stellenabbau im großen Stil und der Umbau des Konzerns.

Damit rückt nach wie vor auch die französische Alstom ins Visier von Siemens. Vor einem  Jahr war man mit seinem Interesse gescheitert, letztlich erhielt General Electric den Zuschlag. Dennoch ist Siemens nach wie vor an Teilen des Unternehmens interessiert.

Durch den radikalen Umbau innerhalb des Konzerns will man den Fokus auf die Automatisierung, Elektrifizierung und die Mobilität bei der Rendite lenken, um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren. Daher soll jetzt die Phase der Umsetzung beginnen.

 

Margenziel in Gefahr?

Allerdings muss Siemens sich hart anstrengen, um im laufenden letzten Quartal des Geschäftsjahres das Ziel einer Marge von 10 bis 11% noch erreichen zu können. So ist zumindest die Aussage eines Managers von Siemens, welcher jedoch nicht namentlich genannt werden möchte.

In Zukunft will der Konzern im Hinblick auf die zu erwartende Marge keine Aussage mehr treffen, sondern sich lediglich bei der Prognose auf Umsatz und Ergebnis je Aktie beschränken.

Erwartet wird für dieses Jahr ein um 15% höherer Gewinn je Aktie als im Vorjahr. Dieser Gewinn wird jedoch hauptsächlich den Gewinnen aus Veräußerungen zuzuschreiben sein.

 

Großauftrag im Offshore-Bereich

Das waren zumindest gute Nachrichten. So konnte Siemens einen Großauftrag zur Errichtung von Windkraftanlagen in der Nordsee an Land ziehen.

Für das Offshore-Projekt Veja Mate, welches nordwestlich von der Insel Borkum liegt, soll Siemens 67 Windkraftanlagen liefern. Nach der Ende 2017 geplanten Inbetriebnahme soll die Anlage eine Gesamtleistung von 400 Megawatt erreichen. Gleichzeitig wird Siemens für die Dauer von 15 Jahren die Wartung und Instandhaltung der Anlage übernehmen.

 

Aktie – Hält die Unterstützung?

Für die Aktie von Siemens wird die Luft langsam dünner. Seit März setzt sich der Abwärtstrend fort. Damit erreicht die Aktie langsam die wichtige Unterstützung bei ca. 88,00 Euro.

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Kann sich der Wert hier nicht oberhalb dieser wichtigen Marke halten, könnte es hier rasant abwärts in Richtung des alten Tiefs gehen. Insofern ist erhöhte Vorsicht geboten.

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