Siemens: Rückkauf übersteigt zwei Millionen Aktien

Siemens erwirbt weitere eigene Aktien, während Analysten ihre Kursziele anheben und eine Sicherheitswarnung zu Steuerungen Aufmerksamkeit erzeugt.

Die Kernpunkte:
  • 310.867 Siemens-Aktien erneut erworben
  • Rückkauf seit Juli über zwei Millionen
  • Berenberg und Goldman Sachs erhöhen Kursziele
  • Aktie nahe dem 52-Wochen-Hoch

Siemens hat in der vergangenen Handelswoche weitere 310.867 eigene Aktien zurückgekauft. Der Erwerb erfolgte im Zeitraum vom 17. bis 23. August im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms, wie das Unternehmen mitteilte.

Bereits in der Woche zuvor hatte Siemens 305.200 Aktien erworben, zwischen dem 10. und 16. August über Xetra. Seit dem Start des Programms am 1. Juli summierte sich der Rückkauf damit zu diesem Zeitpunkt bereits auf mehr als zwei Millionen Aktien.

Der kontinuierliche Rückkauf fällt in eine Phase, in der Siemens operativ gut dasteht. Reuters berichtete Anfang August, der Konzern habe im Zusammenhang mit dem KI-Boom den höchsten Industriegewinn seiner Unternehmensgeschichte erzielt. Die Kombination aus Rekordgewinn und laufendem Aktienrückkauf signalisiert Anlegern, dass das Management dem eigenen Papier trotz des bereits erreichten Kursniveaus weiteres Potenzial zutraut.

Sicherheitswarnung überschattet operative Stärke

Parallel zu den positiven Geschäftszahlen sorgte eine Sicherheitswarnung für Aufmerksamkeit. Reuters berichtete Mitte August, US-Behörden hätten vor Angriffen auf Siemens-Geräte in Wasseranlagen und anderer kritischer Infrastruktur gewarnt. CISA, NSA und FBI wiesen demnach darauf hin, dass Siemens-Steuerungen Ziel aktiver Hackerangriffe werden könnten.

Für ein Unternehmen, dessen Industrieautomatisierung tief in kritischer Infrastruktur verankert ist, ist eine solche Warnung heikel – sie betrifft potenziell das Vertrauen von Betreibern in die Sicherheit der eingesetzten Technik. Bislang gibt es jedoch keine Hinweise darauf, dass die Kursentwicklung darunter gelitten hätte.

Analysten reagierten Mitte August positiv

Im Umfeld der Zahlen zum dritten Geschäftsquartal reagierten mehrere Analysehäuser mit angehobenen Kurszielen. Berenberg erhöhte das Kursziel für Siemens Mitte August von 320 auf 330 Euro und bestätigte die Einstufung „Buy“.

Auch Goldman Sachs zog nach den Quartalsresultaten nach und hob das Kursziel von 292 auf 319 Euro an, ebenfalls mit der Bewertung „Buy“. Beide Einschätzungen fielen in unmittelbarem Zusammenhang mit den veröffentlichten Geschäftszahlen und markierten einen deutlichen Vertrauensvorschuss der Analysten in die operative Entwicklung des Konzerns.

Kurs nahe Rekordhoch

Die Aktie notierte am Freitag bei 288,80 Euro und damit nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 291,55 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Kursplus von 21 Prozent zu Buche. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 226 Milliarden Euro. Der anhaltende Aktienrückkauf trifft damit auf ein Papier, das bereits nahe seinen historischen Höchstständen handelt – ein Umstand, der die Kapitalallokation des Konzerns zusätzlich in den Fokus der Anleger rückt.

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