Silber: 16 Prozent Minus auf 64,09 Dollar

Der Silberpreis bricht ein, während die Nachfrage das Angebot übersteigt. Experten sehen trotz Zinsängsten langfristiges Potenzial.

Die Kernpunkte:
  • Silberkurs verliert fast 16 Prozent
  • Lagerbestände schrumpfen drastisch
  • Angebotsdefizit seit Jahren anhaltend
  • Private Anleger kompensieren Industrierückgang

Der Silberpreis stürzt ab. Am Freitag schloss das Edelmetall bei 64,09 US-Dollar. Das ist ein Minus von fast 16 Prozent auf Monatssicht. Parallel dazu leeren sich die globalen Lagerbestände in rasantem Tempo.

Kurzfristig dominieren Angst und Zinspolitik den Markt. Die US-Notenbank belässt den Leitzins vorerst bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Einige Ausschussmitglieder diskutieren sogar weitere Erhöhungen für Ende 2026.

Hinzu kommt der geopolitische Druck aus dem Iran-Konflikt. Das treibt Investoren in den sicheren Hafen des US-Dollars. Die Folge: Silber verliert massiv an Wert. Vom 52-Wochen-Hoch bei knapp 122 US-Dollar ist der Kurs fast 47 Prozent entfernt.

Leere Lagerhallen

Die physische Realität sieht völlig anders aus. Der Markt steuert auf das sechste Angebotsdefizit in Folge zu. Für 2026 erwartet das Silver Institute eine Lücke von über 46 Millionen Unzen.

Die Minenproduktion stagniert derweil. Seit 2021 fehlen dem Markt kumuliert mehr als 760 Millionen Unzen. Das zehrt massiv an den Reserven.

Die verfügbaren COMEX-Bestände fielen seit 2020 um rund 75 Prozent auf 88 Millionen Unzen. Hier messen die Börsen das tatsächlich lieferbare Metall.

Zwar sinkt aktuell der Silberbedarf der Solarindustrie. Die hohen Preise der Vergangenheit zwangen die Modulhersteller zum Sparen. Eine komplette Substitution durch Kupfer scheitert aber weiterhin an technischen Problemen.

Private Käufer stützen den Markt

Den industriellen Rückgang fangen private Anleger mühelos auf. Das Silver Institute prognostiziert für dieses Jahr einen Anstieg der physischen Investments um 18 Prozent. Besonders in den USA greifen Käufer bei Münzen und Barren massiv zu.

Analysten blicken trotz des aktuellen Preisverfalls optimistisch nach vorn. J.P. Morgan hält an einem durchschnittlichen Jahresziel von 81 US-Dollar fest. Die Experten verweisen auf das knappe Angebot und die strukturelle Nachfrage.

Das aktuelle Gold-Silber-Ratio von 61,7 stützt diese These. Es signalisiert eine moderate Unterbewertung des weißen Metalls. In der neuen Handelswoche prallen diese zwei Welten aufeinander. Die straffe Geldpolitik trifft auf einen physisch leergekauften Markt.

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