Silber: 44 Prozent seit 121,78-Dollar-Hoch
Der Silberpreis fällt um über acht Prozent auf 68 Dollar, ausgelöst durch starke US-Arbeitsmarktdaten und schwindende Zinssenkungshoffnungen.

- Heftiger Tagesverlust von 8,3 Prozent
- US-Arbeitsmarktbericht als Auslöser
- Hoffnung auf Zinssenkungen sinkt
- Angebotsdefizit bleibt bestehen
Ein Rutsch unter die runde Marke: Der Silberpreis hat am Freitag einen der heftigsten Tagesverluste des Jahres erlitten. Die Feinunze fiel um 8,3 Prozent auf 67,96 Dollar. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf über zehn Prozent. Auslöser ist ein unerwartet starker US-Arbeitsmarktbericht.
Zinssenkung in weite Ferne gerückt
Die Daten signalisieren eine überhitzte Wirtschaft. Damit schwinden die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die Federal Reserve. Steigende Anleiherenditen machen zinslose Edelmetalle unattraktiv. Die Folge: massive Positionsglattstellungen am Terminmarkt.
Seit dem 52-Wochen-Hoch von 121,78 Dollar Ende Januar hat Silber rund 44 Prozent eingebüßt. Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 76,37 Dollar liegt deutlich über dem aktuellen Niveau. Der RSI von 35,3 deutet auf überverkaufte Märkte hin – ein erstes technisches Signal.
Knappheit trifft auf Gegenwind
Trotz des Preisverfalls bleibt die fundamentale Lage angespannt. Analysten erwarten das sechste Jahr in Folge ein strukturelles Angebotsdefizit. Die industrielle Nachfrage aus Solar- und Halbleiterbranche bleibt hoch, während die Minenproduktion stagniert.
Die registrierten Lagerbestände an der COMEX sind seit 2020 um rund 70 Prozent geschrumpft. Auch die Tresore der London Bullion Market Association melden deutliche Abflüsse. Sollte die Investmentnachfrage zurückkehren, könnte diese physische Knappheit die Volatilität massiv verstärken.
Ausblick: Entscheidungswoche für Silber
Die neue Handelswoche hält richtungweisende Daten bereit:
- Mittwoch, 10. Juni: US-Verbraucherpreise (CPI) für Mai – der wichtigste Indikator vor der nächsten Zinsentscheidung.
- Donnerstag, 11. Juni: US-Erzeugerpreise (PPI) und wöchentliche Arbeitslosenanträge. Zeitgleich tagt die EZB.
- Freitag, 12. Juni: Konsumklima der Universität Michigan mit Inflationserwartungen.
Technisch rückt die Unterstützungszone um 65 Dollar in den Fokus. Gelingt die Rückeroberung der 70-Dollar-Marke, könnte sich das Chartbild kurzfristig stabilisieren. Zusätzlich belastet der starke US-Dollar-Index, der in Richtung 100 notiert – ein weiterer Gegenwind für das in Dollar gehandelte Edelmetall.
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