Silber: Angebot bleibt knapp

Der Silberpreis bleibt auf erhöhtem Niveau, gestützt durch handelspolitische Unsicherheit, geopolitische Spannungen und ein strukturelles Marktdefizit. Die Angebotslage bleibt angespannt.

Die Kernpunkte:
  • Handelskonflikte und Nahost-Risiken treiben Nachfrage
  • Mexikos Unruhen gefährden weltweite Minenproduktion
  • Marktdefizit für sechstes Jahr in Folge erwartet
  • COMEX-Bestände auf historisch niedrigem Niveau

Silber hält sich heute auf erhöhtem Niveau. Der Preis liegt bei rund 88 US-Dollar je Feinunze – gestützt von geopolitischen Risiken, neuem Zollstreit und einer weiterhin angespannten Angebotslage. Nach vier Gewinntagen in Folge geht es zwar in eine Konsolidierung, doch die Treiber für „Sicherer-Hafen“-Nachfrage sind weiter aktiv.

Zölle und Nahost: Nachfrage nach Absicherung steigt

Für Unruhe sorgt die US-Handelspolitik: Am Freitag erklärte der Supreme Court die unter dem IEEPA verhängten Zölle für verfassungswidrig. Kurz darauf kündigte die Trump-Administration einen neuen globalen Zoll von 15% unter Section 122 an. Zusätzlich stehen laut Wall Street Journal weitere nationale Sicherheitszölle auf sechs Industriebranchen (Section 232) im Raum.

Auch international knirscht es. Die EU signalisierte, die Ratifizierung ihres Handelsabkommens mit den USA womöglich auszusetzen. Indien und die USA verschoben zudem ein Treffen zur Finalisierung eines Interimshandelsabkommens. Unterm Strich: Mehr handelspolitische Unsicherheit – und damit mehr Nachfrage nach Edelmetallen als Absicherung.

Parallel bleibt der Nahe Osten ein Preistreiber. Trump deutete mögliche begrenzte Militärschläge gegen den Iran an, was eine geopolitische Risikoprämie in den Märkten stützt. Oman bestätigte allerdings eine weitere Verhandlungsrunde in dieser Woche in Genf – ein Faktor, der die Eskalationssorgen zumindest etwas dämpft.

Mexiko und Defizit: Das Angebot als Kernfaktor

Auf der Angebotsseite kommen neue Risiken hinzu. Nach der Tötung des Kartellführers „El Mencho“ am Sonntag kam es zu Vergeltungsgewalt in mehreren Bundesstaaten. Mexiko ist mit rund 202,5 Millionen Unzen der größte Silberproduzent und steht für etwa ein Viertel der weltweiten Minenproduktion. Unruhen in Regionen mit Minenaktivität erhöhen damit das Versorgungsrisiko in einem ohnehin engen Markt.

Dazu passt das strukturelle Bild: Laut Silver Institute/Metals Focus steuert der Silbermarkt 2026 auf das sechste Defizitjahr in Folge zu. Erwartet wird ein Fehlbetrag von 67 Millionen Unzen. Zwar soll das Gesamtangebot um 1,5% auf 1,05 Milliarden Unzen steigen (Minenproduktion +1% auf 820 Mio., Recycling +7% auf über 200 Mio.), doch die physische Investmentnachfrage soll gleichzeitig um 20% auf 227 Millionen Unzen anziehen.

Ein zusätzlicher Engpass-Indikator: Registrierte COMEX-Bestände (sofort lieferbares Silber) fielen laut Disruption Banking auf rund 82 bis 88 Millionen Unzen – etwa 75% unter dem Hoch von rund 346 Millionen Unzen aus 2020.

Verhältnis zu Gold und Zinsen: Was den Spielraum begrenzt

Silbers relative Stärke zeigt sich auch im Gold-Silber-Verhältnis: Es lag heute bei 58,74 (nach 58,90 gestern). Laut Silver Institute war das Verhältnis im Januar zeitweise unter 50 gefallen – ein Niveau, das zuletzt 2012 erreicht wurde. Das signalisiert: Silber lief im Vergleich zu Gold besser, getragen von seiner Doppelrolle als Industrie- und Wertmetall.

Gleichzeitig bleibt die Zinsseite der Gegenspieler. Seeking Alpha verweist darauf, dass stabile oder steigende Renditen Kursanstiege begrenzen könnten, während sinkende Renditen Silber mehr Spielraum geben würden. Genau hier liegt ein Teil der Spannung: Wie stark wirken Risikoprämie und Angebotsknappheit, wenn die US-Renditen nicht nachgeben?

Zum Hintergrund gehört auch die hohe Volatilität 2026: Nach der Nominierung von Kevin Warsh als künftiger Fed-Chef kam es laut J.P. Morgan zu einem Tagessturz von 27% bei Silber; Anfang Februar fiel der Preis laut InvestmentNews nochmals um 12% unter 75 US-Dollar. Seitdem hat sich Silber erholt und liegt wieder bei etwa 88 US-Dollar, bleibt damit aber klar unter dem Rekordhoch von rund 121 US-Dollar aus dem Januar. J.P. Morgan erwartet für 2026 im Schnitt 81 US-Dollar je Unze.

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