Silber: Knappheit trifft Gegenwind
Trotz historisch niedriger COMEX-Bestände und anhaltender Angebotsdefizite bremst die Zinspolitik der Fed den Silberpreis. Analysten erwarten dennoch hohe Durchschnittspreise für 2026.

- COMEX-Bestände auf Mehrjahrestief gesunken
- Backwardation signalisiert physische Knappheit
- Produktionsprognosen von Fresnillo gesenkt
- Fünftes Defizitjahr in Folge erwartet
Am COMEX-Terminmarkt läuft ein stiller Stresstest — und die Ergebnisse sind bemerkenswert. Allein zum ersten Benachrichtigungstag des März-2026-Kontrakts wurden Lieferanzeigen für mehr als 52 Millionen Unzen physisches Silber gestellt. Das entspricht über 60 Prozent der gesamten registrierten COMEX-Bestände, die Ende Februar auf rund 86 Millionen Unzen gesunken waren — ein Mehrjahrestief.
Backwardation und Exportkontrollen verschärfen die Lage
Der physische Markt sendet dabei ein ungewöhnliches Signal: Silber zur Sofortlieferung wird teurer gehandelt als Terminkontrakte. Diese Backwardation zeigt, dass das verfügbare Metall knapp ist — nicht die Papieransprüche auf künftiges Silber. Gleichzeitig haben Chinas Exportkontrollen für raffiniertes Silber, die seit Januar 2026 gelten, traditionelle Handelsrouten unterbrochen. An der Shanghaier Goldbörse liegt die Prämie gegenüber New Yorker Preisen seitdem konstant zwischen 8 und 13 Dollar je Unze, was physisches Metall aus westlichen Lagern in asiatische Hubs zieht.
Auf der Angebotsseite kommt zusätzlicher Druck hinzu. Fresnillo, der weltgrößte primäre Silberproduzent, senkte seine Produktionsguidance für 2026 von 45–51 Millionen Unzen auf 42–46,5 Millionen Unzen — ein Rückgang von rund 9 Prozent. Operative Probleme und sinkende Erzgehalte im mexikanischen Silbersektor machen die Prognose wenig optimistisch. Strukturell kommt erschwerend hinzu, dass rund 70 Prozent des globalen Silberangebots ohnehin als Nebenprodukt anderer Metallförderung anfällt — eine Angebotsausweitung lässt sich damit nicht einfach erzwingen.
Makroumfeld bremst den Preisanstieg
All das verhindert bislang keinen nachhaltigen Preisaufschwung — weil das makroökonomische Umfeld gegenläufige Kräfte entfaltet. Die Fed hält seit ihrer Januar-Sitzung die Zinsen stabil im Band von 3,50 bis 3,75 Prozent. Angesichts einer Inflation von zuletzt 2,7 Prozent und einem robusten Arbeitsmarkt sieht Fed-Chef Powell keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Verschärfte Spannungen rund um die Straße von Hormus treiben die Ölpreise und die Inflationserwartungen — Marktbeobachter haben die Erwartungen für die nächste Zinssenkung inzwischen von Juli auf September verschoben.
Für zinssensitive Anlagen wie Silber ist das kurzfristiger Gegenwind. Die Gold-Silber-Ratio kletterte in der Kalenderwoche 11 von 61,29 auf 62,4 — ein klares Zeichen, dass Silber stärker unter Druck stand als Gold.
Analysten erwarten anhaltend hohe Preise
Mittelfristig bleibt die Marktmeinung konstruktiv. Eine Reuters-Umfrage vom Februar 2026 sieht den durchschnittlichen Silberpreis für das Gesamtjahr bei 79,50 Dollar je Unze. J.P. Morgan Global Research prognostiziert im Schnitt 81 Dollar — mehr als doppelt so viel wie der Jahresdurchschnitt 2025. Hintergrund ist das fünfte aufeinanderfolgende Defizitjahr: Der kumulative Angebotsfehlbetrag von 2021 bis 2026 summiert sich laut Quellangaben auf rund 820 Millionen Unzen. Solange Industrieabnehmer aus Solar- und Elektroniksektoren weiterhin direkt mit Produzenten über langfristige Lieferverträge verhandeln und Börsenbestände weiter schrumpfen, dürfte die strukturelle Spannung im Markt bestehen bleiben.
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