Silber: Nächste Haltelinie bei 54,86 Dollar

Schwache Nachfrage aus China und ein fester US-Dollar drücken den Silberpreis massiv. Technische Indikatoren signalisieren einen überverkauften Markt.

Die Kernpunkte:
  • Nachfrageflaute in chinesischen Verarbeitungszentren
  • US-Notenbank signalisiert weitere Zinserhöhungen
  • Starker Dollar verteuert Silber für Auslandskäufer
  • RSI naht überverkauftes Niveau bei 30 Punkten

Schwache Nachfrage in China trifft auf eine harte US-Notenbank. Silberanleger geraten derzeit massiv unter Druck. Die physischen Märkte trocknen aus, während ein starker Dollar das Edelmetall verteuert.

Flaute in den Handelszentren

Aktuelle Daten des Shanghai Metals Market zeichnen ein düsteres Bild. Zum Monatsende Juni zeigt sich der Spotmarkt äußerst schwach. Angebot und Nachfrage in den industriellen Verarbeitungszentren bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Viele Marktteilnehmer halten sich mit Käufen zurück. Die Folge: Das Transaktionsvolumen schrumpft spürbar. Händler warten offenbar auf neue US-Arbeitsmarktdaten.

Zinsangst belastet Edelmetalle

Parallel dazu drückt die US-Geldpolitik auf die Kurse. Unter dem Vorsitz von Kevin Warsh hält die Federal Reserve eisern am Inflationsziel von zwei Prozent fest. Die Märkte preisen für September bereits eine Wahrscheinlichkeit von 64 Prozent für einen weiteren Zinsschritt ein.

Ein hohes Zinsniveau stärkt den US-Dollar. Das verteuert Silber für internationale Käufer. Diese Konstellation sorgte im Juni branchenweit für Verluste. Gold verzeichnete im selben Zeitraum einen Rückgang von rund elf Prozent. Silber folgt diesem Abwärtstrend nun deutlich.

Fehlende Impulse und kritische Charttechnik

Selbst geopolitische Risiken stützen den Preis aktuell nicht. In Doha verhandeln die USA und der Iran über das Islamabad-Memorandum. Währenddessen sorgen Angriffe in der Straße von Hormus für eine instabile Nachrichtenlage. Käufer lockt das jedoch kaum an.

Technisch nähert sich das Edelmetall inzwischen extremen Regionen. Der Relative-Stärke-Index liegt bei knapp 30. Das signalisiert einen stark überverkauften Markt. Eine erste lokale Unterstützung wartet bei 56,60 US-Dollar.

Bricht diese Marke, rückt die nächste Haltelinie bei 54,86 US-Dollar in den Fokus. Nach oben hin blockiert der exponentielle 20-Tage-Durchschnitt den Weg. Dieser fungiert bei 64,57 US-Dollar als massiver Widerstand.

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