Silber: Nervöse Woche

Der Silberpreis erlebte starke Schwankungen durch militärische Spannungen und schwache US-Arbeitsmarktzahlen, erholte sich aber am Freitag. Die fundamentale Marktlage bleibt durch ein strukturelles Defizit geprägt.

Die Kernpunkte:
  • Starke Kursschwankungen durch Nahost-Eskalation
  • US-Arbeitsmarktdaten verändern Zinserwartungen
  • Silbermarkt im fünften Defizitjahr in Folge
  • Hohe Volatilität durch Doppelfunktion des Metalls

Der Silberpreis schwankte in dieser Woche zwischen starken Verlusten und einer späten Erholung – angetrieben durch die militärische Eskalation zwischen den USA und Iran sowie überraschend schwache US-Arbeitsmarktdaten. Die Handelswoche endete mit gemischten Signalen für Anleger.

Arbeitsmarktschock gibt Auftrieb

Am Freitag sorgte ein unerwarteter Stellenabbau in den USA für Bewegung: Die Non-Farm-Payrolls zeigten einen Rückgang von 92.000 Arbeitsplätzen im Februar. Ökonomen hatten hingegen einen Anstieg von 59.000 Stellen prognostiziert. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 4,4 Prozent.

Diese Schwäche am Arbeitsmarkt veränderte die Zinssenkungserwartungen spürbar. Die Märkte rechnen nun mit einer früheren geldpolitischen Lockerung der Federal Reserve – möglicherweise bereits im September oder Oktober statt wie zuvor erwartet erst im Juli. Für Silber als nicht verzinsliches Asset verbessert das die Opportunitätskosten.

Am Freitag legte das Edelmetall um 2,6 Prozent auf 84,26 USD zu. Die Wochenbilanz bleibt dennoch negativ – Silber notierte am Freitagmorgen bei 83,48 USD, deutlich unter den Wochenhöchstständen.

Nahost-Konflikt belastet zusätzlich

Die zweite Woche der US-israelischen Operation gegen den Iran – offiziell Operation Epic Fury und Operation Roaring Lion genannt – prägte die Stimmung während der gesamten Handelswoche. Die am 28. Februar gestartete Offensive trieb die Ölpreise nach oben und weckte Inflationsängste.

Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf mehrere Länder der Region, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel. Am Mittwoch verlor Silber mehr als 8 Prozent an einem einzigen Handelstag – bevor es sich am Freitag wieder erholte.

Die gestiegenen Energiepreise verkomplizieren die Aussichten für Edelmetalle. Höhere Inflation ist langfristig typischerweise positiv für Silber, verzögert jedoch kurzfristig Zinssenkungen der Federal Reserve und übt damit Druck auf den Preis aus.

Silbers Doppelrolle zeigt sich deutlich

Die turbulente Woche verdeutlicht Silbers besondere Marktposition: Zur Hälfte fungiert es als Investmentmetall mit Safe-Haven-Charakter, zur Hälfte als Industriemetall mit Anwendungen in Solarpanelen, Elektrofahrzeugen und Elektronik.

Kriegsängste stärken die Investmentseite. Gleichzeitig belasten Ölschocks und Rezessionssorgen die industrielle Nachfrageseite. Diese Doppelnatur erklärt die deutlich höhere Volatilität gegenüber Gold – aktuell liegt die annualisierte 30-Tage-Volatilität bei bemerkenswerten 122 Prozent.

Strukturelles Defizit bleibt intakt

Trotz der kurzfristigen Turbulenzen bleibt die fundamentale Ausgangslage robust. Der Silbermarkt befindet sich im fünften aufeinanderfolgenden Defizitjahr mit einem kumulativen Angebotsfehlbetrag von 820 Millionen Unzen seit 2021.

Für 2026 prognostiziert das Silver Institute ein Defizit von 67 Millionen Unzen, das durch Lagerbestände ausgeglichen werden muss. Die Photovoltaikindustrie allein verbraucht jährlich über 230 Millionen Unzen – der Ausbau der Solarenergie treibt die strukturelle Nachfrage weiter an.

Das Allzeithoch erreichte Silber am 29. Januar 2026 bei 121,62 USD – nach einer beeindruckenden Rally von mehr als 279 Prozent im vergangenen Jahr. J.P. Morgan Global Research sieht den Durchschnittspreis für 2026 bei 81 USD pro Unze.

Der aktuelle Kurs von rund 82 USD liegt etwa 29 Prozent unter dem Januarhoch, aber immer noch deutlich über den historischen Durchschnittswerten. Die nächsten Wochen dürften zeigen, ob die späte Freitagserholung der Auftakt einer Stabilisierung ist oder ob der Nahost-Konflikt für weitere Volatilität sorgt.

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