Silber Preis: 20 Prozent Quartalsverlust
Starker Dollar und sinkende Inflationssorgen lassen Anleger Silber meiden. Der Preis fällt auf ein Sechs-Monats-Tief.

- Silber verliert fast ein Fünftel an Wert
- US-Notenbank signalisiert weitere Zinserhöhungen
- Friedensabkommen senkt globale Inflationsrisiken
- Charttechnische Unterstützung bei 61 Dollar bedroht
Der Silberpreis bricht massiv ein. Im laufenden Quartal verlor das Edelmetall bereits fast ein Fünftel seines Wertes. Aktuell notiert die Unze nahe einem Sechs-Monats-Tief bei rund 61 US-Dollar. Eine restriktive US-Geldpolitik und geopolitische Entspannung treiben Anleger in die Flucht.
Zinsangst und Dollar-Stärke
Die US-Notenbank Fed zieht die Zügel straffer. Der neue Vorsitzende Kevin Warsh priorisiert die Preisstabilität. Er signalisiert klar die Bereitschaft zu weiteren Zinsschritten. Der Markt preist eine Erhöhung im Dezember mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent ein.
Dieser harte Kurs treibt den US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index erreichte kürzlich ein 13-Monats-Hoch. Silber wird weltweit primär in der US-Währung gehandelt. Ein starker Dollar verteuert das Edelmetall für Käufer außerhalb der USA und dämpft die Nachfrage spürbar.
Öl fließt, Inflationsangst sinkt
Parallel dazu verliert Silber seinen Reiz als Inflationsschutz. Das aktuelle US-Iran-Friedensabkommen beruhigt die Energiemärkte. Die USA setzen Sanktionen für 60 Tage aus. Die Straße von Hormuz ist wieder offen.
Täglich passieren nun über 19 Millionen Barrel Öl ungehindert die Meerenge. Das senkt die globalen Inflationsrisiken erheblich. Die Folge: Investoren lösen ihre Absicherungsgeschäfte im Edelmetallsektor auf.
Charttechnik schlägt Alarm
Das Marktumfeld präsentiert sich technisch stark angeschlagen. Marktbeobachter identifizieren eine wichtige Unterstützung bei 61,24 US-Dollar. Bricht der Preis nachhaltig unter die Marke von 60 Dollar, droht ein weiterer Absturz. Das nächste Ziel läge dann bei 55 Dollar.
Die fundamentale Nachfrage aus der Industrie stützt den Kurs kaum. Silber bleibt zwar wichtig für die Photovoltaik und KI-Hardware. Der allgemeine Ausverkauf bei US-Technologiewerten wie Nvidia riss das Edelmetall zuletzt aber mit in die Tiefe.
Einzelne Produzenten trotzen dem Preisverfall operativ. GoGold Resources meldete für das erste Quartal einen operativen Cashflow von gut 21 Millionen US-Dollar. Die Produktion lag bei über 390.000 Silberäquivalent-Unzen. Die Erschließung neuer Projekte läuft ungebremst weiter.
Schon am morgigen 25. Juni entscheidet sich der nächste kurzfristige Trend. Dann veröffentlichen die USA neue PCE-Inflationsdaten. Fallen diese höher aus als erwartet, könnte Warsh seine Zinserhöhungen beschleunigen. Das würde den Druck auf den Silberpreis weiter erhöhen.
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