Silber Preis: 2,36 Prozent Plus auf 59,27 Dollar
Silber gewinnt dank schwachem Dollar 2,4 Prozent, bleibt aber trotz Angebotsdefizit im Jahrestrend deutlich negativ.

- Silber steigt um 2,36 Prozent
- Yen-Intervention schwächt Dollar
- Fed lässt Zinsen unverändert
- Jahresbilanz weiterhin tiefrot
Silber legt zum Wochenschluss deutlich zu. Der Grund: Japan hat offenbar erneut am Devisenmarkt interveniert, um den Yen zu stützen. Das schwächt den Dollar – und macht Silber für internationale Käufer günstiger.
Am Freitag schloss die Feinunze bei 59,27 Dollar, ein Plus von 2,36 Prozent binnen eines Tages. Damit verlängerte der Silberpreis seine Gewinnserie auf zwei Handelstage in Folge.
Dollar-Schwäche als Preistreiber
Die mutmaßliche Intervention Japans hat den Dollar geschwächt. Das kommt Silber zugute, das in Dollar notiert. Zusätzlichen Rückenwind lieferte die US-Notenbank: Sie ließ die Zinsen trotz wachsender Inflationsrisiken durch die Spannungen im Nahen Osten unverändert.
Der geldpolitische Ausblick bleibt jedoch angespannt. Der Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 63 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein. Diese Erwartung begrenzt weiterhin das Aufwärtspotenzial.
Nahost-Konflikt belastet Edelmetalle
Ein zentraler Belastungsfaktor bleibt die militärische Eskalation im Nahen Osten. Das US-Militär griff zuletzt erneut iranische Ziele an. Washington reagierte damit auf Teherans Attacken gegen US-Vermögenswerte in der Region.
Eine kurzfristige diplomatische Einigung rückt damit in weitere Ferne. Edelmetalle stehen seit Ausbruch des US-Iran-Konflikts Ende Februar unter Druck. Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen und verstärken die Erwartung einer strafferen Geldpolitik.
Für Silber entsteht daraus ein zweischneidiges Umfeld. Einerseits stützt die Unsicherheit die Nachfrage nach dem Edelmetall als Wertspeicher. Andererseits bremsen steigende Zinserwartungen das zinslose Investment.
Schwache Jahresbilanz trotz Kurzfrist-Erholung
Der Blick auf die längere Frist zeigt: Die Erholung bleibt vorerst ein Ausreißer. Seit Jahresbeginn steht bei Silber ein Minus von 16,48 Prozent zu Buche. Vom Rekordhoch im Januar trennen den Silberpreis mittlerweile mehr als die Hälfte des Werts.
Auf Monatssicht zeichnet sich ein ruhigeres Bild ab. Nach einem Rückgang von mehr als 20 Prozent im Juni dürfte der Juli nahezu unverändert enden.
Strukturelles Angebotsdefizit stützt langfristig
Unabhängig von den kurzfristigen Ausschlägen bleibt die Angebotslage am Silbermarkt angespannt. Laut dem Silver Institute befindet sich der Markt seit 2021 in einer ununterbrochenen Defizitphase. Für 2026 erwartet das Institut das sechste Defizitjahr in Folge, mit einem Fehlbetrag von rund 46,3 Millionen Unzen.
Mexiko, Peru und China bleiben mit Abstand die größten Produzenten weltweit.
Für die kommenden Handelstage bleiben drei Faktoren entscheidend: die Dollar-Entwicklung, der Verlauf des Nahost-Konflikts und neue Fed-Signale zur Zinspolitik. Vor allem eine mögliche weitere Yen-Intervention Japans dürfte im September für neue Kursausschläge sorgen.
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