Silber Preis: 25 Basispunkte Zinsschritt erwartet

Vor dem erwarteten Fed-Schritt fällt Silber auf rund 63 US-Dollar. Photovoltaik, Elektronik und Rechenzentren stützen die Nachfrage langfristig.

Die Kernpunkte:
  • Silber notiert nahe 63 US-Dollar
  • Fed-Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet
  • US-Inflation bleibt über dem Notenbankziel
  • Industrieverbrauch bildet langfristige Stütze

Die anstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve wirft ihre Schatten auf den Edelmetallmarkt. Vor dem Zinsbeschluss am Mittwoch geriet der Silberpreis spürbar unter Druck und pendelte sich um die Marke von 63 US-Dollar je Feinunze ein. Belastet wird das Edelmetall vor allem durch die Erwartung steigender Leitzinsen in den USA, die festverzinsliche Anlagen gegenüber zinslosen Werten attraktiver machen.

Zinswende der Federal Reserve belastet

Das Federal Open Market Committee (FOMC) berät ab heute über die künftige Geldpolitik. Am Mittwochabend deutscher Zeit folgt der Zinsentscheid, an den sich die Pressekonferenz von Notenbankchef Kevin Warsh anschließt.

An den Terminmärkten wird eine Anhebung der aktuellen Zielspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 90 Prozent eingepreist. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters rechnen 86 von 101 befragten Ökonomen mit diesem Schritt. Es wäre die erste Leitzinserhöhung der US-Notenbank seit Juli 2023.

Treiber dieser strafferen Haltung ist die hartnäckige Inflation. Im August lag die US-Teuerungsrate bei 3,4 Prozent und damit weiter über dem Notenbankziel von zwei Prozent.

Geopolitische Spannungen sowie ein Anstieg der Ölpreise auf über 100 US-Dollar je Barrel schüren zusätzliche Sorgen vor anhaltendem Preisdruck. Parallel dazu kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über die psychologisch wichtige Marke von 5 Prozent, was den Druck auf die Edelmetallpreise verstärkte.

Industrielle Nachfrage bildet langfristigen Gegenpol

Aus charttechnischer Sicht kämpft Silber um eine Richtungsentscheidung. Mit einem aktuellen Niveau im Bereich des 50-Tage-Durchschnitts von 63,61 US-Dollar notiert das Edelmetall knapp 0,2 Prozent über dieser kurzfristigen Orientierungsmarke. Zum übergeordneten 200-Tage-Durchschnitt, der bei 73,42 US-Dollar verläuft, besteht hingegen ein rechnerischer Rückstand von 13 Prozent.

Mittelfristig stützt jedoch der industrielle Bedarf das Geschehen ab. Während das Angebot im Jahr 2024 zum vierten Mal in Folge hinter der weltweiten Nachfrage zurückblieb, sorgt vor allem der Ausbau von Photovoltaik und Elektronikkomponenten für stabilen Verbrauch.

Marktbeobachter verweisen zudem auf den wachsenden Bedarf aus dem Segment moderner Rechenzentren, der Silber auch in Phasen geldpolitischer Straffung eine solide fundamentale Basis verschafft.

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