Silber Preis: 4-Prozent-Absturz auf 62,59 Dollar

Der Silberpreis setzt seinen Abwärtstrend fort und fällt auf 62,59 USD. Belastet wird das Edelmetall durch die US-Geldpolitik und geopolitische Entwicklungen.

Die Kernpunkte:
  • Silber fällt auf 62,59 USD
  • Fed-Politik treibt Dollar nach oben
  • Friedensgespräche senken Risikoaufschlag
  • Charttechnik zeigt keine Erholung an

Silber bricht ein. Am Dienstag fällt der Preis auf rund 62,59 USD — ein Minus von knapp 4 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Nach zweistelligen Verlusten in der Vorwoche setzt das Edelmetall seinen Abwärtstrend fort.

Fed und Dollar drücken auf den Preis

Der wichtigste Belastungsfaktor ist die US-Notenbank. Die Fed hält die Leitzinsen bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Jüngste Signale deuten auf eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte im September hin. Für Dezember 2026 preist der Markt einen zusätzlichen Zinsschritt mit 89 Prozent Wahrscheinlichkeit ein.

Das treibt den Dollar-Index auf ein 14-Monats-Hoch von über 101 Punkten. Für Käufer außerhalb des Dollarraums wird Silber damit teurer. Höhere Zinsen erhöhen außerdem die Opportunitätskosten für unverzinste Edelmetalle. Kein Wunder, dass Kapital abfließt.

Geopolitik nimmt den Sicherheitsaufschlag heraus

Fortschritte bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran verstärken den Druck. Anleger preisen den Risikoaufschlag aus dem Edelmetallsektor aus. Silber verliert damit einen seiner klassischen Kurstreiber.

Der Ausverkauf erfasst auch andere Anlageklassen. Chip-Aktien und Ölpreise verzeichnen am heutigen Handelstag ebenfalls deutliche Verluste.

Charttechnik zeigt noch kein Umkehrsignal

Der RSI liegt bei 34,6 — nah an überverkauftem Terrain, aber ohne klares Kaufsignal. Der Kurs notiert weit unter der 200-Tage-Linie bei 68,24 USD. Der 9-Tage-EMA bei 66,31 USD fungiert nun als Widerstand nach oben.

Die nächste Unterstützung liegt bei 61,01 USD. Fällt diese Marke, rückt das Kursziel von rund 57,50 USD ins Bild.

Fundamentale Nachfrage bleibt — aber mit Rissen

Langfristig stützen Solarenergie, E-Mobilität und KI-Rechenzentren die Silbernachfrage. Allerdings gibt es zwei konkrete Gegentrends. Solarhersteller haben ihren Silberverbrauch pro Einheit zuletzt um rund 19 Prozent gesenkt. Indien meldete für Mai einen Rückgang der Silberimporte um 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr — ausgelöst durch die Anhebung der Importzölle auf 15 Prozent.

Das fundamentale Bild bleibt damit gespalten: strukturelle Nachfrage auf der einen Seite, nachlassende Verbrauchsintensität und schwächelnde Importnachfrage auf der anderen. Ob die Unterstützung bei 61 USD hält, entscheidet kurzfristig darüber, wie tief der Rückgang noch geht.

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