Silber Preis: 4,5 Prozent auf 58,96 Dollar

Der Silberpreis steigt um 4,5 Prozent, während die UBS ihre Kaufzone senkt, aber an optimistischen Kurszielen festhält. Geopolitische Spannungen und die Fed-Politik bleiben bestimmend.

Die Kernpunkte:
  • Silberpreis steigt um 4,5 Prozent
  • UBS senkt Kaufzone auf 48-50 Dollar
  • Bank hält an mittelfristigen Kurszielen fest
  • Fed-Zinspolitik bleibt zentraler Faktor

Der Silberpreis hat sich am 21. Juli 2026 deutlich erholt und ist um 4,5 Prozent auf 58,96 US-Dollar je Feinunze gestiegen. Damit macht das Edelmetall einen Teil der Verluste wett, die es seit Anfang Juni erlitten hatte: Von einem Hoch bei 76 US-Dollar war der Preis bis Mitte Juli auf 56 US-Dollar gefallen. Die jüngste Erholung fällt zusammen mit einem breiteren Trend bei Edelmetallen, der auch Gold, Platin und Palladium erfasste – Marktteilnehmer rechneten am Berichtstag mit einer Entspannung der Spannungen zwischen den USA und dem Iran.

UBS senkt Kaufzone, hält an höheren Kurszielen fest

Die Schweizer Großbank UBS hat ihre als attraktiv erachtete Kaufzone für Silber nach unten korrigiert: Statt bislang 55 US-Dollar gilt nun ein Bereich von 48 bis 50 US-Dollar je Unze als günstiger Einstiegspunkt. UBS-Stratege Dominic Schnider bezeichnet die aktuelle Preisschwäche jedoch als vorübergehend. Die Bank hält an ihren mittelfristigen Kurszielen fest und erwartet einen Anstieg auf 85 US-Dollar bis September, auf 80 US-Dollar bis Dezember und auf 75 US-Dollar bis März beziehungsweise Juni 2027. Die Divergenz zwischen kurzfristig gesenkter Kaufzone und langfristig optimistischer Prognose deutet darauf hin, dass UBS die jüngste Korrektur als Kaufgelegenheit einstuft, ohne die grundsätzlich positive Einschätzung für Silber aufzugeben.

Ein Belastungsfaktor für das weiße Edelmetall bleibt der Rückzug institutioneller Anleger aus börsengehandelten Fonds. Die ETF-Bestände sind seit Januar um 38 Millionen Unzen auf 784 Millionen Unzen zurückgegangen, Stand Mitte Juli. Dieser Abbau signalisiert, dass ein Teil der spekulativen Positionierung aus den Vormonaten abgebaut wurde, während der jüngste Kurssprung eher auf kurzfristige geopolitische Nachrichten reagiert.

Zinspolitik der Fed bleibt zentraler Preistreiber

Für die weitere Richtung des Silberpreises bleibt die Geldpolitik der US-Notenbank entscheidend. UBS geht davon aus, dass die Fed frühestens im Dezember 2026 mit Zinssenkungen beginnt. Bis dahin dürfte das Zinsumfeld ein Gegenwind für zinslose Anlagen wie Edelmetalle bleiben, selbst wenn geopolitische Risikoprämien den Preis zeitweise stützen. Die Nahost-Lage bleibt angespannt: Nach dem Tod dreier US-Soldaten hatte Präsident Donald Trump dem Iran mit Vergeltung gedroht, während das US-Militär bereits die zehnte Nacht in Folge Angriffe auf iranisches Territorium flog. Ein vor Omans Küste beschossener Tanker unterstreicht die Risiken für den Schifffahrtsverkehr in der Region – ein Faktor, der auch Rohöl und damit indirekt die Edelmetallmärkte beeinflusst.

Angebotsseite: Neue Reserven bei australischem Silberprojekt

Auf der Angebotsseite meldete das australische Unternehmen Silver Mines im Rahmen einer finalen Machbarkeitsstudie zu seinem Bowdens-Projekt einen Anstieg der Erzreserven um 30 Prozent auf 93,5 Millionen Unzen Silber. Die Studie weist einen anfänglichen Kapitalbedarf von 455 Millionen australischen Dollar aus, bei einer geschätzten Minenlaufzeit von 26 Jahren und einem Barwert vor Steuern von 1,04 Milliarden australischen Dollar, kalkuliert bei einem Silberpreis von 45 US-Dollar je Unze. Geschäftsführer Jo Battershill verwies auf die soliden Wirtschaftsdaten des Projekts, dessen behördliche Genehmigung derzeit von der New South Wales Independent Planning Commission geprüft wird. Solche langfristigen Minenprojekte liefern zwar keinen kurzfristigen Preisimpuls, verdeutlichen aber, dass neue Angebotskapazitäten erst in den kommenden Jahren an den Markt kommen dürften – ein Aspekt, der die von UBS erwartete mittelfristige Preisentwicklung stützen könnte, sollte die Nachfrage nach Industrie- und Anlagesilber hoch bleiben.

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